Warum dein Immunsystem dich zum Feind erklärt hat
Das Immunsystem ist dazu da, unsere Feinde zu vernichten. Das ist die einfachste Erklärung. Dafür nutzt es verschiedene Strategien, über die man viel schreiben kann, aber wir halten es simpel.
Autoimmunkrankheiten aus hypnotischer Sicht
Um Feinde bekämpfen zu können, muss man sie zuerst als solche erkennen. Das ist für das Immunsystem eine heikle Angelegenheit. Verpasst es gewisse Feinde, können diese viel Schaden anrichten. Erkennt es Harmloses als Feind, wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen — wir nennen das Allergie. Erkennt es Freunde als Feinde, richtet es bei deren Vernichtung viel Schaden an. Und genau das ist bei Autoimmunkrankheiten passiert.
Wenn du autoimmun erkrankt bist, dann hat dein Immunsystem dich — oder mindestens einen Teil von dir — zu deinem Feind erklärt. Es ist eine grundsätzliche Verwirrung darüber, wer nun eigentlich der Feind ist.
Die Entstehungsgründe von Autoimmunerkrankungen kennen wir nicht abschliessend, und wo wir es nicht wissen, können wir zumindest eine Arbeitshypothese haben. Wenn wir dabei nicht von «Pech» oder «Zufall» ausgehen, lässt sich die selbstschädigende Immunreaktion möglicherweise als «sich selbst zum grössten Feind werden» verstehen — vielleicht auch als Selbstkritik oder Selbstablehnung, die auf die Spitze getrieben wird. Damit ist nicht gemeint, dass du selbst schuld bist. Im Gegenteil: Die meisten höheren Lebewesen bestrafen, wen sie als schuldig ansehen, und auf die Idee, sich selbst derart zu bestrafen, kommt niemand freiwillig. Was dahintersteckt, ist eher ein Thema für eine Therapiesitzung als für diese Seite. Wichtig ist nur: Falls es eine Ursache gibt, die sich beeinflussen lässt, gibt es auch Hoffnung auf eine Verbesserung.
Wenn du selbst nicht mehr der Feind bist, gibt es keinen Grund mehr anzugreifen — eine banale, aber möglicherweise hilfreiche Überlegung.
Die Rolle der Hypnotherapie bei Autoimmunkrankheiten
Der aktuelle Stand der Wissenschaft: Eine Heilung gibt es für Autoimmunkrankheiten derzeit nicht. Die Standardbehandlung zielt darauf ab, Symptome zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und das Immunsystem zu dämpfen — meist mit Immunsuppressiva und Kortikosteroiden. Zu den bekanntesten Autoimmunkrankheiten zählen rheumatoide Arthritis, Lupus, Psoriasis und Multiple Sklerose, aber auch Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, das Sjögren-Syndrom, Zöliakie oder Typ-1-Diabetes. Änderungen des Lebensstils — Stressbewältigung, regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung — können mithelfen, Schübe zu verhindern und Symptome zu kontrollieren.
Genau bei der Stressbewältigung setzt die Hypnotherapie an: Sie spricht das Unterbewusstsein direkt an, um eine positive Veränderung im Erleben herbeizuführen. Das Immunsystem ist zwar nicht bewusst steuerbar, aber über die Psyche und tiefe Entspannungszustände durchaus beeinflussbar — auch Selbsthypnose und Meditation wirken hier über denselben Mechanismus.
Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit Autoimmunkrankheiten von begleitender Hypnotherapie profitieren können^1 — etwa durch Linderung von Gelenkschmerzen, Schwellungen und Steifheit bei rheumatoider Arthritis^3, durch Verbesserungen bei hautbezogenen Erkrankungen wie Psoriasis, oder durch Symptomlinderung bei Multipler Sklerose^4. Selbsthypnose-nahe Verfahren wie Meditation zeigen ähnliche Effekte^2. Das sind Hinweise auf einen begleitenden Nutzen, kein Ersatz für die ärztliche Behandlung.
Die Hypnotherapie verfolgt dabei einen ergänzenden Ansatz: Sie tritt nicht an die Stelle der konventionellen medizinischen Behandlung, sondern berücksichtigt zusätzlich die psychologischen und emotionalen Aspekte der Erkrankung — und kann dabei helfen, ein Stück Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen, das eine chronische Krankheit sonst leicht nimmt.

