Was dein Körper dir sagen will, wenn kein Befund gefunden wird
Wenn man an die Grenzen der Medizin stösst, können auch Ärztinnen und Ärzte ratlos sein. Auch wenn die Wissenschaft die Body-Mind-Zusammenhänge zunehmend versteht, ist die Hypnosetherapie hier schon länger unterwegs. Viele Betroffene erleben, dass ihre Symptome als Einbildung eingestuft oder sie als Hypochonder abgestempelt werden, weil keine medizinische Ursache gefunden wird. Weil Hypnose Körper und Geist als Einheit betrachtet, lässt sich psychosomatischen Erkrankungen damit oft anders begegnen.
Was ist Psychosomatik genau?
Psychosomatik beschreibt die Wechselwirkung zwischen körperlichen Beschwerden und der Psyche. Probleme im Geist können Probleme im Körper auslösen, und umgekehrt — die psychosomatische Medizin versucht dabei nicht, einer Beschwerde eine einzelne Ursache zuzuordnen, sondern versteht körperliche Probleme auch als Ausdruck innerer Störungen. Bei psychogenen Erkrankungen lässt sich also oft keine direkte körperliche «Ursache» finden.
Dazu gehören auch psychovegetative Störungen — Beschwerden, die typischerweise im mittleren Lebensalter auftauchen und seelische wie körperliche Symptome vereinen — und somatoforme Störungen, bei denen sich die Symptome nicht auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen. Zur Body-Mind-Medizin, die diesem Zusammenhang Rechnung trägt, hat mittlerweile auch das Universitätsspital Zürich eine eigene Abteilung. Die Forschung steckt in vielen Bereichen noch in den Anfängen — sie klärt vor allem, was wirkt, weniger, warum.
Wie entstehen psychosomatische Beschwerden?
Wenn die Psyche belastet ist, kann sich das in gesundheitliche Probleme umwandeln — aus Angst, Depression oder Stress werden körperliche Beschwerden. Man kann sagen, dass praktisch jede Krankheit eine psychosomatische Komponente hat: Selbst wenn der Geist die Beschwerden nicht aktiv auslöst, kann er die Genesung blockieren. Der Einfluss des geistigen Zustands auf das Immunsystem heisst Psychoneuroimmunologie, und dieser Zusammenhang ist längst bestätigt.
Man sieht das häufig bei Kindern, die nicht gerne zur Schule gehen — etwa weil sie gemobbt werden — und deshalb immer wieder krank sind, um dem zu entkommen. Dasselbe Prinzip gilt für Erwachsene, auch wenn es weniger offensichtlich ist. Bewusste wie unbewusste Vorgänge im Kopf haben also direkten Einfluss darauf, ob wir gesund bleiben — gerät das Innere aus dem Gleichgewicht, werden wir auch anfälliger für Krankheiten.
Wenn Signale des Körpers überhört werden
Viele Menschen hören zu wenig auf Hinweise aus ihrem Unterbewusstsein. Wer überarbeitet, gestresst oder überlastet ist, bekommt vom Körper Signale — das Unbewusste versucht zu zeigen, dass im Leben etwas nicht stimmt, sei es ein schwieriger Chef, ein schlechtes Arbeitsklima oder ein belastendes Privatleben. Wer diese Signale übergeht, erlebt oft, wie sie stärker werden. Werden sie weiter ignoriert, können sie sich in psychosomatischen Beschwerden manifestieren — Symptome, die gegen die übliche medizinische Logik gehen, etwa wenn ein psychosomatischer Schmerz trotz steigender Schmerzmitteldosis immer stärker wird. Auch ausgeprägte Wetterfühligkeit kann psychosomatisch bedingt sein.
Der Schlüssel liegt darin, die zugrunde liegenden Signale zu erkennen und die psychische Belastung zu bearbeiten. Dafür gibt es verschiedene Methoden — eine der effektivsten ist Hypnose.
Bei welchen Beschwerden kann Hypnose helfen?
Hypnosetherapie kann bei einer ganzen Bandbreite psychosomatischer Erkrankungen und Symptome eingesetzt werden, unter anderem: psychosomatische Schmerzzustände (chronische Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Spannungskopfschmerz), Reizdarmsyndrom, essentielle Hypertonie, Migräne, Neurodermitis und andere stressgetriggerte Hauterkrankungen, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa begleitend zur medizinischen Therapie, chronische Polyarthritis, bestimmte Formen von Allergien, sowie Autoimmunerkrankungen zur Unterstützung von Immunsystem und Stressreduktion.
Dazu kommt eine breite Palette an Symptomen, die häufig psychosomatisch mitbedingt sind: Schilddrüsenfunktionsstörungen, Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Atemnot, Beklemmungsgefühl, Schwindel, Kreislaufprobleme, unerklärlicher Bluthochdruck, chronische Erschöpfung, Muskelverspannungen, Herzrasen, Potenzstörungen, Hautausschläge, ein geschwächtes Immunsystem sowie unklare Entzündungszeichen.
Psychosomatisch — was jetzt?
Nach mehreren erfolglosen Arztbesuchen kommt früher oder später die Frage: «Sind die Beschwerden psychosomatisch?» Für Betroffene ist das oft eine zusätzliche Belastung — während sich die Probleme sehr real anfühlen, sehen sich manche mit dem Vorwurf der Übertreibung konfrontiert. Als Hypochonder abgestempelt zu werden, hilft dabei niemandem weiter. Auch wenn nach vielen Tests nichts gefunden wurde, kann es sein, dass ein noch unentdeckter äusserer Einfluss im Spiel ist — vor allem kleine Verletzungen sind manchmal schwer zu erkennen.
Wenn aber klar ist, dass sich keine körperliche Ursache finden lässt, eröffnen sich neue Behandlungsmöglichkeiten: Die Komplementärmedizin ist der Schulmedizin in Body-Mind-Fragen oft einiges voraus, weshalb viele Betroffene selbst nach weiteren Wegen suchen.
Wie eine Hypnosesitzung bei psychosomatischen Beschwerden abläuft
Für viele Klientinnen und Klienten mit psychosomatischen Beschwerden ist zuerst wichtig, ernst genommen zu werden. Bei mir kannst du offen über deine Probleme reden, ohne als Spinner oder Hypochonder abgestempelt zu werden. Weil ich mein Verständnis aus der Verbindung von Körper und Geist ziehe und nicht nur aus der Ursachenmedizin, beschränken sich die Vorgespräche nicht auf Diagnosen — für eine gezielte Hypnose bei psychosomatischen Störungen braucht es eine individuelle Betrachtung.
Weil alle Lebensbereiche einen Einfluss auf Geist und Gesundheit haben können, sprechen wir auch über alles, was dazugehört, und suchen die Ressourcen, die für die Genesung nutzbar sind. Wir suchen die Bereiche, die das körperliche Wohlbefinden negativ beeinflussen könnten — auch wenn die Zusammenhänge dem bewussten Verstand keinen Sinn ergeben, funktioniert das Unterbewusstsein auf seine eigene Weise. Dazu gehört das Aufspüren ungünstiger Glaubenssätze wie «mein Körper sabotiert mich» — ein vollständiges Bild ist wichtig für die anschliessende Trance.
Wie Hypnose die Selbstheilung wieder in Gang bringt
Damit die Selbstheilungskräfte voll mobilisiert werden, muss das Gleichgewicht von Körper und Geist wiederhergestellt werden — das Wechselspiel zwischen beiden muss wieder frei fliessen können. In der Hypnose überzeugen wir das Unbewusste davon, dass es die Beschwerden nicht mehr braucht, um auf den richtigen Weg hinzuweisen. Manchmal müssen wir zuerst die Beschwerden selbst lindern, etwa psychosomatische Schmerzen, um überhaupt Zugang zu bekommen — in der Trance lässt sich das Symptom oft schon für einen Moment zurücklassen, was den Weg für die weitere Arbeit öffnet.
Oft findet sich in der Trance eine Art Verhandlung mit dem Unbewussten: ein Dialog zwischen Kopf und Herz mit dem Ziel, einen Konsens zu finden, der für beide passt. Diesen Mittelweg zu finden, ist meine Hauptaufgabe als Hypnosetherapeut. Damit die Beschwerden nachhaltig verschwinden, müssen alle inneren Anteile wieder an einem Strang ziehen und zum Team werden — begreifen sich Körper und Geist wieder als Einheit, können sich psychosomatische Körperreaktionen deutlich verringern oder ganz auflösen. Dieser Prozess der inneren Einheit geht oft auch zwischen den Sitzungen weiter.
Was es sonst noch braucht
Damit die Genesung nachhaltig gelingt, müssen manchmal auch im Alltag die richtigen Weichen gestellt werden. Ein Teil der Arbeit zielt deshalb darauf, dass genug innere Ressourcen vorhanden sind, um die nötigen Schritte auch umzusetzen — manchmal reichen kleine Anpassungen, manchmal braucht es grössere Veränderungen. Nicht jeder ist sofort bereit, etwas zu ändern, und wer mehr Zeit braucht, dem begegne ich mit Verständnis. Aber am Ende gilt: Damit sich etwas ändert, muss sich etwas verändern — für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse einzustehen, lohnt sich immer.

