Jan Mion
Enzyklopädie des Geistes

Glossar Hypnose

Wichtige Begriffe rund um Hypnose und Hypnosetherapie kurz und verständlich erklärt.

Zu den wichtigsten Begriffen findest du zusätzlich eine ausführliche Seite.

A

  • Ablenkung (Misdirection)
    Das Lenken der bewussten Aufmerksamkeit des Probanden von der eigentlichen hypnotischen Arbeit weg, damit das Unterbewusstsein freier reagieren kann.
  • Abreagieren (Abreaction)
    Eine starke, manchmal intensive emotionale Entladung – wie Weinen, Zittern oder das Wiedererleben eines Traumas – die während der Hypnose auftritt, wenn verdrängtes Material an die Oberfläche kommt.
  • Absorption
    Das Ausmaß, in dem eine Person vollständig in mentale Bilder oder innere Erlebnisse eintaucht; stark mit der hypnotischen Suszeptibilität korreliert.
  • Affektbrücke
    Eine Regressionstechnik, die eine aktuelle Emotion als 'Brücke' nutzt, um den frühesten Zeitpunkt zu lokalisieren, an dem diese Emotion erstmals gefühlt wurde.
  • Alpha-Zustand
    Ein Gehirnwellenzustand von 8–13 Hz, der mit entspannter, leichter Trance und ruhiger Wachheit assoziiert ist.
  • Altersprogression
    Das mentale 'Reisen' des Probanden in eine zukünftige Zeit, um gewünschte Ergebnisse zu imaginieren und einzuüben.
  • Altersregression
    Eine Technik, bei der der Proband angeleitet wird, mental in eine frühere Lebensphase zurückzukehren, um Ereignisse neu zu erleben oder zu verarbeiten.
  • Amnestische Barriere
    Die mentale Schranke, die die bewusste Erinnerung an Material verhindert, das während der Trance im Unterbewusstsein zugänglich war.
  • Analgesie
    Eine durch hypnotische Suggestion bewirkte Verminderung der Schmerzwahrnehmung.
  • Anästhesie (Hypnotisch)
    Die vollständige Aufhebung der Empfindungsfähigkeit in einem Körperteil oder am gesamten Körper, durch Suggestion ausgelöst.
  • Anker stapeln (Stacking Anchors)
    Das Verknüpfen mehrerer positiver emotionaler Zustände mit einem einzigen körperlichen Auslöser, um einen verstärkten Ressourcen-Anker zu erzeugen.
  • Ankern (Anchoring)
    Das Verknüpfen eines positiven inneren Zustands (z. B. Gelassenheit, Zuversicht) mit einem konkreten äußeren oder inneren Auslöser im Alltag.Ankern (Anchoring) ausführlich erklärt →
  • Anteile-Therapie (Parts Therapy)
    Ein therapeutischer Ansatz, der mit verschiedenen inneren 'Anteilen' oder Subpersönlichkeiten arbeitet (z. B. einem Teil, der Veränderung will, und einem Teil, der Widerstand leistet), um innere Konflikte zu lösen.
  • Armlevitation
    Ein Phänomen, bei dem der Arm des Probanden spontan auf eine Suggestion hin aufsteigt, als ob er von einer äußeren Kraft angehoben würde.
  • Augenfixierung
    Eine klassische Induktionsmethode, bei der der Proband auf einen festen Punkt starrt, bis Augenermüdung den Eintritt in die Trance erleichtert.
  • Augenlid-Katalepsie
    Eine spezifische Form der Katalepsie, bei der der Proband durch Suggestion die Augen nicht mehr öffnen kann; häufig als Überzeugungsbeweis eingesetzt.
  • Augenlid-Katalepsie-Test
    Ein klassischer Überzeugungsbeweis, bei dem dem Probanden die Suggestion gegeben wird, seine Augenlider seien verschlossen, und er feststellt, dass er sie nicht öffnen kann.
  • Ausleitung (Emergence)
    Der Prozess, einen Probanden aus der hypnotischen Trance zurück in volles, waches Alltagsbewusstsein zu bringen.
  • Automatisches Schreiben
    Schreiben, das während der Trance ohne bewusste Steuerung entsteht; genutzt, um auf Unterbewusstseins-Material zuzugreifen.
  • Autoritative Sprache
    Direkte Befehlssprache, bevorzugt in der Bühnenhypnose und im traditionellen klinischen Stil (z. B. 'Schlafen Sie jetzt!').

B

  • Bewusstes Denken (Bewusstsein)
    Der logische, analytische und kritische Teil des Wachbewusstseins. Er verarbeitet etwa 5–9 Informationseinheiten gleichzeitig und bewertet eingehende Suggestionen.
  • Binaural Beats
    Auditive Töne leicht unterschiedlicher Frequenzen, die jedem Ohr separat präsentiert werden; genutzt zur Beeinflussung von Gehirnwellenzuständen und zur Unterstützung der Trance-Induktion.
  • Braidismus
    Der Ansatz des schottischen Chirurgen James Braid aus dem 19. Jahrhundert, der den Begriff 'Hypnose' prägte und nachwies, dass es sich um ein mentales und kein magnetisches Phänomen handelt.
  • Bühnenhypnose
    Hypnose zu Unterhaltungszwecken vor einem Publikum, typischerweise mit Schnellinduktionen und theatralischen Suggestionen für komödiantische Wirkung.

D

E

F

  • Fantasie- / Bildvorstellungs-Induktion
    Eine Induktion mit lebhaften geführten inneren Bildern oder Geschichtenerzählen, um den Probanden in Trance zu ziehen.
  • Fraktionierung
    Eine Vertiefungsmethode, bei der der Proband wiederholt aus der Trance heraus- und wieder hineingeleitet wird; jeder Zyklus erzeugt in der Regel einen tieferen Zustand als der vorherige.
  • Fremd-Hypnose (Hetero-Hypnose)
    Hypnose, die von einer Person an einer anderen durchgeführt wird – im Gegensatz zur Selbsthypnose.
  • Frühere-Leben-Regression
    Eine umstrittene Technik, bei der Probanden angeleitet werden, scheinbare Erinnerungen an frühere Inkarnationen zu erkunden; ihre wörtliche Gültigkeit ist umstritten.

G

  • Gähninduktion
    Die Nutzung der sozialen Ansteckungswirkung des Gähnens, um einen Entspannungs- und Tranceprozess einzuleiten.
  • Gesetz der konzentrierten Aufmerksamkeit
    Das Prinzip, dass eine Idee, auf die immer wieder Aufmerksamkeit gerichtet wird, dazu neigt, sich im Körper oder Verhalten zu manifestieren.
  • Gesetz des dominanten Effekts
    Das Prinzip, dass eine stärkere Emotion oder Idee im Unterbewusstsein immer eine schwächere überwältigt.
  • Gesetz des umgekehrten Effekts
    Das Prinzip, dass je mehr man versucht, eine Funktion bewusst auszuführen, desto unwahrscheinlicher es wird, dass man Erfolg hat (z. B. erzwungenes Einschlafen).
  • Gestalt-Hypnose
    Eine Integration von Gestalttherapie-Techniken (wie dem 'leeren Stuhl'-Dialog) in den hypnotischen Kontext.

H

  • Handklammertest
    Ein Suggestibilitätstest, bei dem die Hände des Probanden durch Suggestion 'zusammengeklebt' werden und er herausgefordert wird, sie zu trennen.
  • Handschlag-Unterbrechung
    Eine berühmte Schnellinduktion, die von Milton Erickson verbreitet wurde: Die Unterbrechung eines Händedrucks erzeugt kurzfristige Verwirrung und leitet die Trance ein.
  • Handschuh-Anästhesie
    Eine Technik, bei der die Hand hypnotisch betäubt wird (als ob ein Anästhesie-Handschuh getragen würde); diese Taubheit kann dann durch Berühren auf einen anderen Körperbereich übertragen werden.
  • Harvard-Gruppentest (HGSHS)
    Ein standardisiertes Gruppenmaß für hypnotische Suszeptibilität, entwickelt an der Harvard University.
  • Hypermnesie
    Gesteigertes Gedächtnis oder verbesserter Abruf von Erinnerungen unter Hypnose.
  • Hypnagogischer Zustand
    Der Übergangszustand des Bewusstseins kurz vor dem Einschlafen; häufig mit leichter Trance verglichen.
  • Hypnoanalyse
    Der Einsatz von Hypnose, um die unbewusste Ursache eines psychologischen Symptoms oder Problems zu erkunden und zu identifizieren.
  • Hypnoidal
    Ein sehr leichter Hypnosezustand, vergleichbar mit Tagträumen; die Schwelle zwischen normalem Wachzustand und echter Trance.
  • Hypnopomper Zustand
    Der Übergangszustand kurz vor dem vollständigen Erwachen; ähnlich traumhaft und trance-nah wie der hypnagogische Zustand.
  • Hypnose
    Ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit und gesteigerter Aktivität des Unbewussten. Ein Synonym für den Hypnosezustand ist die hypnotische Trance.Hypnose ausführlich erklärt →
  • Hypnotherapie
    Die lösungsorientierte therapeutische Übersetzung zwischen der Sprache des Bewusstseins (Worte, Sätze) und der Sprache des Unbewussten (Bilder, Gefühle).Hypnotherapie ausführlich erklärt →
  • Hypnotische Tiefenskala
    Jedes standardisierte oder informelle Maß, das genutzt wird, um einzuschätzen, wie tief ein Proband zu einem bestimmten Zeitpunkt hypnotisiert ist.
  • Hypnotischer Vertrag
    Die explizite oder implizite Vereinbarung zwischen Hypnotiseur und Proband bezüglich der Ziele, des Umfangs und der Grenzen der hypnotischen Arbeit.
  • Hypnotisches Siegel
    Eine umstrittene Suggestion, die während der Trance gegeben wird und verhindern soll, dass andere den Probanden außerhalb der etablierten therapeutischen Beziehung hypnotisieren können.
  • Hypnotiseur
    Die Person, die den hypnotischen Zustand herbeiführt und leitet.
  • Hypnotisierbarkeit
    Die allgemeine Reagibilität einer Person auf Hypnose, die sowohl Suszeptibilität als auch Suggestibilität umfasst.

I

  • Ich-Stärkung (Ego Strengthening)
    Suggestionen, die darauf abzielen, das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und die persönliche Widerstandsfähigkeit des Probanden zu stärken.
  • Ich-Zustand-Therapie (Ego-State Therapy)
    Ein therapeutischer Ansatz, der mit verschiedenen psychologischen 'Zuständen' oder Subpersönlichkeiten des Egos arbeitet, um Konflikte und Traumata zu lösen.
  • Ideomotorische Reaktion (IMR)
    Unwillkürliche, unbewusste Muskelbewegungen (z. B. ein Fingerzucken oder -heben), die genutzt werden, um dem Unterbewusstsein die Kommunikation mit dem Hypnotiseur zu ermöglichen.
  • Ideomotorische Signalisierung
    Ein Kommunikationssystem, bei dem das Unterbewusstsein Ja/Nein-Fragen durch vorab vereinbarte unwillkürliche Bewegungen – typischerweise Fingerheben – beantwortet.
  • Ideoretinales Licht
    Das visuelle 'Rauschen', Muster oder Phosphen-ähnliche Bilder, die wahrgenommen werden, wenn die Augen geschlossen sind; häufig während der Trance bemerkt.
  • Ideosensorische Reaktion
    Eine Empfindung – Wärme, Kälte, Kribbeln, Schwere – die rein durch Suggestion ohne jeglichen körperlichen Reiz erzeugt wird.
  • Indirekte Suggestion
    Eine subtile Suggestion, formuliert als Möglichkeit, Frage oder Andeutung statt als Befehl (z. B. 'Ich frage mich, ob Sie vielleicht eine tiefe Ruhe bemerken').
  • Induktion
    Der Prozess oder die Technik, mit der ein Proband vom normalen Wachzustand in eine hypnotische Trance geführt wird.
  • Inkongruenz
    Eine Diskrepanz zwischen bewusster und unbewusster Kommunikation oder zwischen den Worten und den nonverbalen Signalen des Hypnotiseurs; verringert die Effektivität.
  • Inneres Kind
    Die im Unbewussten gespeicherten Kindheitserfahrungen, Emotionen und Schutzmuster eines Erwachsenen.Inneres Kind ausführlich erklärt →
  • ISE (Initiales Sensibilisierungsereignis)
    Das erste Auftreten einer sensibilisierenden Erfahrung, die die Wurzeln eines späteren Problems gelegt hat.

J

  • Ja-Reihe (Yes-Set)
    Eine Abfolge von Wahr-Aussagen oder offensichtlichen Tatsachen, auf die der Proband wiederholt zustimmt, um eine anschließende Suggestion leichter annehmbar zu machen.

K

  • Kalibrierung
    Die sorgfältige Beobachtung der körperlichen Signale des Probanden – Atemfrequenz, Hautfarbe, Muskelspannung, Augenbewegung – zur Einschätzung der Trancetiefe und Reaktionsfähigkeit.
  • Katalepsie
    Ein Zustand unwillkürlicher Muskelstarre, der durch Suggestion ausgelöst wird und ein Glied in jeder Position hält, in die es gebracht wird.
  • Katharsis
    Die Auflösung oder Befreiung von emotionaler Spannung; die therapeutische Entlastung, die häufig nach einer Abreagion folgt.
  • Kognitive Verhaltenshypnotherapie (KVH)
    Ein integrativer Ansatz, der hypnotische Techniken mit Prinzipien der Kognitiven Verhaltenstherapie kombiniert.
  • Kognitive Verzerrung (Hypnotisch)
    Die Veränderung der Wahrnehmung einer Überzeugung, eines Ereignisses oder einer Erfahrung durch gezielte Suggestion während der Trance.
  • Kongruenz
    Der Zustand, in dem Worte, Stimmton und Körpersprache des Hypnotiseurs übereinstimmen und die Wirkung der Suggestion verstärken.
  • Kritische Instanz (Kritischer Filter)
    Der mentale 'Türsteher', der eingehende Suggestionen bewertet und entscheidet, welche das Unterbewusstsein erreichen dürfen. Die Umgehung dieser Instanz ist das zentrale Ziel der Induktion.
  • Kryptomnésie
    Ein Phänomen, bei dem eine vergessene Erinnerung wieder auftaucht, die Person sie aber für einen neuen, originellen Gedanken hält.

L

  • Leading (Führen)
    Der Übergang vom Pacing (Realität beschreiben) zum Vorschlagen einer Veränderung, um das Erleben des Probanden in die gewünschte Richtung zu lenken.
  • Lebhafte Vorstellungsbilder
    Der Einsatz detaillierter, multisensorischer innerer Bilder zur Einleitung und Vertiefung der hypnotischen Trance.
  • LeCron-Bordeaux-Skala
    Eine der früheren standardisierten Skalen zur Messung der Trancetiefe, von nicht-suszeptibel bis zu vollständiger Trance.
  • Lethargie
    Ein leichter Hypnosezustand, der durch ein Gefühl körperlicher Schwere und leichter Entspannung gekennzeichnet ist.
  • Levitations-Induktion
    Eine Induktion, bei der die Suggestion, dass ein Arm spontan aufsteigt, genutzt wird, um den Eintritt in die Trance zu erleichtern.
  • Luzides Träumen
    Ein Schlafzustand, in dem der Träumende weiß, dass er träumt; verwandt mit Hypnose in der Nutzung gelenkter Bilder und bewusster Wahrnehmung innerhalb eines veränderten Zustands.

M

  • Mesmerismus
    Das im 18. Jahrhundert von Franz Mesmer entwickelte System, das auf der Theorie des 'tierischen Magnetismus' basiert; der historische Vorläufer der modernen Hypnose.
  • Metapher (Therapeutisch)
    Eine Geschichte, Analogie oder ein indirektes Szenario, das genutzt wird, um mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren und dabei bewussten Widerstand zu umgehen.
  • Monotropismus
    Die Verengung der Aufmerksamkeit auf ein einziges Objekt oder einen einzigen Gedanken unter Ausschluss aller anderen Reize; ein wichtiger Mechanismus bei der Trance-Induktion.
  • Musterbrechung (Pattern Interrupt)
    Die bewusste Unterbrechung eines erwarteten sozialen Ablaufs (z. B. eines Händedrucks), um einen kurzen Moment mentaler Verwirrung zu erzeugen, der ein Fenster für Suggestionen öffnet.

N

  • Natürliche Trance
    Eine Trance, die spontan im Alltag ohne formale Induktion entsteht (z. B. Autobahn-Hypnose, Tagträumen, Versinken in einen Film).
  • Negative Halluzination
    Das Nicht-Wahrnehmen von etwas, das tatsächlich vorhanden ist, aufgrund hypnotischer Suggestion (z. B. einen klar sichtbaren Gegenstand nicht zu sehen).
  • NLP (Neurolinguistisches Programmieren)
    Ein Bereich der Kommunikation und Verhaltensveränderung, der eng mit der Hypnose verwandt ist und zum Teil durch die Modellierung von Ericksons Sprachmustern entwickelt wurde.
  • Nocebo-Effekt
    Das 'böse Gegenstück' zum Placebo-Effekt; eine negative Suggestion oder Erwartung, die reale, nachteilige körperliche oder psychologische Auswirkungen erzeugt.
  • Nominalisierung
    Die sprachliche Umwandlung eines Prozesses in ein Substantiv (z. B. 'Entspannung' statt 'sich entspannen'), was kraftvolle, abstrakte Konzepte erzeugt, die das Unterbewusstsein leicht aufnimmt.
  • Null-Zustand (Zero State)
    Ein Begriff für einen 'leeren' oder 'unbeschriebenen' Zustand, der manchmal in sehr tiefer Trance berichtet wird, bevor die eigentliche Suggestionsarbeit beginnt.

P

  • Pacing (Spiegeln)
    Das Beschreiben der gegenwärtigen, verifizierbaren Realität des Probanden im Präsens, um Übereinstimmung und Vertrauen aufzubauen, bevor man führt.
  • Permissive Sprache
    Suggestionsformulierungen mit Wörtern wie 'könnte', 'dürfte' oder 'vielleicht', um Befehle zu mildern und Widerstand zu verringern.
  • Placebo-Effekt
    Eine echte Verbesserung eines Zustands, die durch den Glauben an oder die Erwartung der Wirksamkeit einer Behandlung entsteht.
  • Positive Halluzination
    Das Wahrnehmen von etwas – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen – das tatsächlich nicht vorhanden ist, als Ergebnis hypnotischer Suggestion.
  • Post-hypnotische Suggestion (PHS)
    Eine während der Trance gegebene Suggestion, die das Denken, Fühlen oder Verhalten des Probanden nach der Ausleitung beeinflussen soll.
  • Post-hypnotischer Auslöser
    Ein bestimmtes Signal – Wort, Geräusch, Berührung oder Bild – das während der Trance programmiert wird, um die post-hypnotische Suggestion später zu aktivieren.
  • Post-hypnotischer Reinduktions-Anker
    Ein zuvor festgelegtes Wort, eine Geste oder ein Signal, das den Probanden in späteren Sitzungen rasch wieder in Trance versetzt.
  • Posthypnotische Amnesie
    Posthypnotische Amnesie bezeichnet das vorübergehende Vergessen von Erlebnissen, die während einer Hypnose stattgefunden haben. Sie tritt durch Suggestion ein und lässt sich durch ein vereinbartes Signal wieder aufheben.Posthypnotische Amnesie ausführlich erklärt →
  • Präsupposition
    Ein sprachliches Mittel, das ein gewünschtes Ergebnis als bereits wahr in der Satzstruktur voraussetzt (z. B. 'Wenn Sie in Trance gehen, werden Sie bemerken...').
  • Proband / Klient
    Die Person, die hypnotisiert wird.
  • Progressive Muskelentspannung (PMR)
    Eine schrittweise Induktionsmethode, bei der der Proband angeleitet wird, den Körper Teil für Teil zu entspannen, von Kopf bis Fuß oder umgekehrt.
  • Proxy-Suggestion
    Eine Suggestion, die über ein indirektes Medium oder eine andere Person wirkt, anstatt direkt an den Probanden gegeben zu werden.
  • Pseudo-Zeitorien­tierung
    Eine Technik ähnlich der Altersprogression, bei der der Proband so tut, als ob ein gewünschtes zukünftiges Ereignis bereits eingetreten ist.

R

  • Rapport
    Das Verhältnis aus Vertrauen, Harmonie und Kooperation zwischen Hypnotiseur und Proband. Ohne Rapport ist wirksame Hypnose nicht möglich.
  • Ratifizierung
    Das Aufzeigen beobachtbarer körperlicher Zeichen der Trance gegenüber dem Probanden als Beweis, dass Hypnose stattfindet, um seinen Glauben und seine Compliance zu vertiefen.
  • Reinduktion
    Das erneute Führen eines Probanden in die Trance nach der Ausleitung – häufig schneller als die ursprüngliche Induktion.
  • Revivifikation
    Eine tiefe Form der Altersregression, bei der der Proband eine vergangene Erinnerung vollständig so erlebt, als ob sie gerade in diesem Moment geschieht.
  • Rückwärtszählen
    Eine klassische Vertiefungstechnik, bei der das Zählen von einer höheren zu einer niedrigeren Zahl mit zunehmender Trancetiefe assoziiert wird.

S

  • Schnellinduktion
    Eine Induktion, die Trance in Sekunden oder wenigen Minuten erzeugt, anstatt auf ausgedehnte Entspannung angewiesen zu sein.
  • Schockinduktion
    Eine Form der Schnellinduktion, die einen körperlichen Schreckmoment oder eine plötzliche, unerwartete Bewegung nutzt, um die kritische Instanz zu umgehen.
  • Sekundärer Krankheitsgewinn
    Der verborgene psychologische Nutzen, den eine Person daraus zieht, ein Symptom oder Problem aufrechtzuerhalten (z. B. eine Gewohnheit, die Stress abbaut oder soziale Aufmerksamkeit verschafft).
  • Selbsthypnose
    Die eigenständige Praxis, sich selbst in eine leichte Trance zu versetzen, um dem Unbewussten Raum, Aufmerksamkeit und Ausrichtung zu schenken.Selbsthypnose ausführlich erklärt →
  • Sensorische Verzerrung
    Die Veränderung der Art und Weise, wie das Gehirn sensorische Eindrücke – Geruch, Geschmack, Klang oder Berührung – durch Suggestion verarbeitet.
  • Sicherheitsanker
    Ein Wort oder Signal, das im Voraus festgelegt wird, damit der Proband jederzeit sicher und schnell in die Trance eintreten oder aus ihr austreten kann.
  • Sichort-Zustand (Ultra-Tiefe)
    Ein berichteter Zustand jenseits des Esdaile-Zustands; wird mit beschleunigter Heilung und tiefgreifender Umprogrammierung in Verbindung gebracht.
  • Skript
    Ein vorbereiteter Satz von Suggestionen, Bildern oder Erzählungen, der eine hypnotische Sitzung auf ein bestimmtes Ziel hin lenkt.
  • Sofortinduktion
    Eine Induktion, die nahezu augenblicklich Trance erzeugt, häufig unter Nutzung von körperlicher Überraschung oder plötzlicher Führung.
  • Somatische Brücke
    Eine Regressionstechnik, die eine körperliche Empfindung als Brücke nutzt, um eine frühere Erinnerung zurückzuverfolgen, bei der diese Empfindung ihren Ursprung hatte.
  • Somnambulismus
    Die tiefste erreichbare Ebene der hypnotischen Trance, in der der Proband handlungsfähig bleibt, auf komplexe Suggestionen reagiert und tiefe Phänomene wie Halluzinationen und spontane Amnesie erlebt.
  • Sprachliche Bindungen (Binds)
    Sprachliche Strukturen, die das Bewusstsein auf eine gewünschte Reaktion hinlenken, indem sie die wahrgenommenen Optionen einschränken.
  • SSE (Nachfolgendes Sensibilisierungsereignis)
    Spätere Ereignisse, die das ursprüngliche Initiale Sensibilisierungsereignis verstärkt oder vertieft haben.
  • Stanford-Hypnose-Suszeptibilitätsskala (SHSS)
    Ein weit verbreitetes standardisiertes Maß für hypnotische Reagibilität, entwickelt an der Stanford University.
  • Suggestibilität
    Das Ausmaß, in dem eine Person offen dafür ist, Suggestionen zu empfangen und nach ihnen zu handeln.
  • Suggestion
    Ein gezielter sprachlicher oder gedanklicher Impuls, den das Unbewusste aufnehmen und in Erleben, Gefühl oder Verhalten umsetzen kann.Suggestion ausführlich erklärt →
  • Suszeptibilität
    Die angeborene Fähigkeit einer Person, in einen Hypnosezustand einzutreten; eng verwandt mit Suggestibilität, aber davon zu unterscheiden.
  • Svengali
    Ein popkulturelles Archetyp für einen finster-kontrollierenden Hypnotiseur; weitgehend ein Mythos, den seriöse Praktiker aktiv widerlegen.
  • Synästhesie
    Eine Überschneidung von Sinnesmodalitäten (z. B. eine Farbe 'hören' oder einen Klang 'sehen'); wird in der Hypnose eingesetzt, um das sensorische Erleben zu vertiefen.

T

U

  • Umdeuten (Reframing)
    Die Veränderung der Bedeutung oder des Kontextes einer Erfahrung, Erinnerung oder Überzeugung, sodass der Proband sie aus einer anderen Perspektive wahrnimmt.
  • Unterbewusstsein / Unbewusstes
    Der weitgehend unzugängliche Teil des Geistes, der Gewohnheiten, Emotionen, Überzeugungen, Erinnerungen und autonome Körperfunktionen wie Atmen und Blinzeln steuert.
  • Utilisation (Nutzung)
    Das ericksonsische Prinzip, alles, was der Proband einbringt – auch Widerstand, Husten oder Bewegungen – zu nutzen, um die Trance zu vertiefen oder zu erleichtern.

V

  • VAK (Visuell, Auditiv, Kinästhetisch)
    Die drei primären sensorischen Modalitäten, durch die Menschen Erfahrungen verarbeiten; die Kenntnis der bevorzugten Modalität des Probanden bestimmt, wie Suggestionen formuliert werden.
  • Verborgener Beobachter (Hidden Observer)
    Ein theoretisches Konstrukt, das besagt, dass ein losgelöster, beobachtender 'Teil' des Geistes selbst in den tiefsten Trancezuständen alles wahrnimmt.
  • Verbundene Suggestion (Compound Suggestion)
    Eine Suggestion, die zwei Ideen durch 'und' oder 'während' verknüpft, sodass die erste die zweite erleichtert (z. B. 'Während Sie ausatmen, entspannen Sie sich noch tiefer').
  • Verschachtelte Schleifen (Nested Loops)
    Eine Erzähltechnik, bei der mehrere Geschichten begonnen und zunächst offengelassen werden, bevor sie in umgekehrter Reihenfolge abgeschlossen werden; wird genutzt, um die kritische Instanz zu umgehen.
  • Vertiefung (Deepener)
    Eine Technik, die nach der Anfangsinduktion eingesetzt wird, um den Probanden von einer leichten in eine tiefere Trance zu führen (z. B. Rückwärtszählen von 10 auf 1).
  • Verwirrungstechnik
    Eine Induktionsmethode, bei der das Bewusstsein mit komplexen, widersprüchlichen oder unsinnigen Informationen überlastet wird, bis es 'aufgibt' und Trance einsetzt.
  • Vorgespräch (Pre-talk)
    Das Gespräch vor der formalen Induktion, um Mythen zu klären, Ängste anzusprechen, den Ablauf zu erläutern und Rapport aufzubauen.
  • Vorwärtszählen
    Eine Methode beim Ausleitungsprozess, um Energie und Wachheit schrittweise zurückzubringen.

W

  • Wachhypnose
    Die Anwendung hypnotischer Sprachmuster und Techniken auf eine Person im vollständig wachen Zustand, ohne formale Induktion.
  • Wahr-Aussage (Truism)
    Eine unwiderlegbar wahre Aussage, die genutzt wird, um Zustimmung und Momentum aufzubauen (z. B. 'Sie atmen gerade').
  • Wortsalat (Word Salad)
    Eine Verwirrungs-Induktionsmethode, bei der ein Strom nicht-sequentieller, unlogischer Sprache das Bewusstsein überwältigt und die kritische Instanz ausschaltet.

Z

  • Z-Prozess
    Eine Nischenmethode zur tiefgreifenden Umprogrammierung auf Unterbewusstseinsebene im hypnotischen Kontext.
  • Zeitverzerrung
    Ein hypnotisches Phänomen, bei dem das subjektive Zeiterleben des Probanden im Vergleich zur tatsächlichen Uhrzeit erheblich beschleunigt oder verlangsamt wird.
  • Zitronen-Test
    Ein klassischer ideosensorischer Test, bei dem die Vorstellung, in eine Zitrone zu beißen, Speichelfluss auslöst und so die Geist-Körper-Verbindung demonstriert.
  • Zukunftsverankerung (Future Pacing)
    Das mentale Einüben eines gewünschten Verhaltens oder Zustands in einem konkreten zukünftigen Kontext während der Trance, um es im Unterbewusstsein zu verankern.
  • Zustandsabhängiges Gedächtnis
    Das Phänomen, dass Erinnerungen, die in einem bestimmten mentalen Zustand gespeichert wurden, in eben diesem Zustand am leichtesten abrufbar sind.

#

  • Überzeugungsbeweis (Convincer)
    Ein hypnotischer Test oder eine Demonstration – wie Armkatalepsy oder Augenlid-Verriegelung – der den Probanden davon überzeugt, dass er tatsächlich hypnotisiert ist.

Wissen vertiefen durch Erfahrung.

Das Glossar bietet die Theorie. In einer persönlichen Session erlebst du die Wirkungsweise dieser Konzepte direkt.