Enzyklopädie des Geistes
Glossar Hypnose
Wichtige Begriffe rund um Hypnose und Hypnosetherapie kurz und verständlich erklärt.
Zu den wichtigsten Begriffen findest du zusätzlich eine ausführliche Seite.
A
- Ablenkung (Misdirection)Das Lenken der bewussten Aufmerksamkeit des Probanden von der eigentlichen hypnotischen Arbeit weg, damit das Unterbewusstsein freier reagieren kann.
- Abreagieren (Abreaction)Eine starke, manchmal intensive emotionale Entladung – wie Weinen, Zittern oder das Wiedererleben eines Traumas – die während der Hypnose auftritt, wenn verdrängtes Material an die Oberfläche kommt.
- AbsorptionDas Ausmaß, in dem eine Person vollständig in mentale Bilder oder innere Erlebnisse eintaucht; stark mit der hypnotischen Suszeptibilität korreliert.
- AffektbrückeEine Regressionstechnik, die eine aktuelle Emotion als 'Brücke' nutzt, um den frühesten Zeitpunkt zu lokalisieren, an dem diese Emotion erstmals gefühlt wurde.
- Alpha-ZustandEin Gehirnwellenzustand von 8–13 Hz, der mit entspannter, leichter Trance und ruhiger Wachheit assoziiert ist.
- AltersprogressionDas mentale 'Reisen' des Probanden in eine zukünftige Zeit, um gewünschte Ergebnisse zu imaginieren und einzuüben.
- AltersregressionEine Technik, bei der der Proband angeleitet wird, mental in eine frühere Lebensphase zurückzukehren, um Ereignisse neu zu erleben oder zu verarbeiten.
- Amnestische BarriereDie mentale Schranke, die die bewusste Erinnerung an Material verhindert, das während der Trance im Unterbewusstsein zugänglich war.
- AnalgesieEine durch hypnotische Suggestion bewirkte Verminderung der Schmerzwahrnehmung.
- Anästhesie (Hypnotisch)Die vollständige Aufhebung der Empfindungsfähigkeit in einem Körperteil oder am gesamten Körper, durch Suggestion ausgelöst.
- Anker stapeln (Stacking Anchors)Das Verknüpfen mehrerer positiver emotionaler Zustände mit einem einzigen körperlichen Auslöser, um einen verstärkten Ressourcen-Anker zu erzeugen.
- Ankern (Anchoring)Das Verknüpfen eines positiven inneren Zustands (z. B. Gelassenheit, Zuversicht) mit einem konkreten äußeren oder inneren Auslöser im Alltag.Ankern (Anchoring) ausführlich erklärt →
- Anteile-Therapie (Parts Therapy)Ein therapeutischer Ansatz, der mit verschiedenen inneren 'Anteilen' oder Subpersönlichkeiten arbeitet (z. B. einem Teil, der Veränderung will, und einem Teil, der Widerstand leistet), um innere Konflikte zu lösen.
- ArmlevitationEin Phänomen, bei dem der Arm des Probanden spontan auf eine Suggestion hin aufsteigt, als ob er von einer äußeren Kraft angehoben würde.
- AugenfixierungEine klassische Induktionsmethode, bei der der Proband auf einen festen Punkt starrt, bis Augenermüdung den Eintritt in die Trance erleichtert.
- Augenlid-KatalepsieEine spezifische Form der Katalepsie, bei der der Proband durch Suggestion die Augen nicht mehr öffnen kann; häufig als Überzeugungsbeweis eingesetzt.
- Augenlid-Katalepsie-TestEin klassischer Überzeugungsbeweis, bei dem dem Probanden die Suggestion gegeben wird, seine Augenlider seien verschlossen, und er feststellt, dass er sie nicht öffnen kann.
- Ausleitung (Emergence)Der Prozess, einen Probanden aus der hypnotischen Trance zurück in volles, waches Alltagsbewusstsein zu bringen.
- Automatisches SchreibenSchreiben, das während der Trance ohne bewusste Steuerung entsteht; genutzt, um auf Unterbewusstseins-Material zuzugreifen.
- Autoritative SpracheDirekte Befehlssprache, bevorzugt in der Bühnenhypnose und im traditionellen klinischen Stil (z. B. 'Schlafen Sie jetzt!').
B
- Bewusstes Denken (Bewusstsein)Der logische, analytische und kritische Teil des Wachbewusstseins. Er verarbeitet etwa 5–9 Informationseinheiten gleichzeitig und bewertet eingehende Suggestionen.
- Binaural BeatsAuditive Töne leicht unterschiedlicher Frequenzen, die jedem Ohr separat präsentiert werden; genutzt zur Beeinflussung von Gehirnwellenzuständen und zur Unterstützung der Trance-Induktion.
- BraidismusDer Ansatz des schottischen Chirurgen James Braid aus dem 19. Jahrhundert, der den Begriff 'Hypnose' prägte und nachwies, dass es sich um ein mentales und kein magnetisches Phänomen handelt.
- BühnenhypnoseHypnose zu Unterhaltungszwecken vor einem Publikum, typischerweise mit Schnellinduktionen und theatralischen Suggestionen für komödiantische Wirkung.
D
- Das Meta-ModellDas sprachliche Gegenstück zum Milton-Modell; ein Satz von Sprachmustern, der genutzt wird, um vage oder einschränkende Überzeugungen zu hinterfragen und zu klären.
- Das Milton-ModellEin Satz bewusst vager, permissiver Sprachmuster aus Milton Ericksons Arbeit, die darauf ausgelegt sind, bewussten Widerstand zu umgehen und direkt mit dem Unterbewusstsein zu sprechen.
- Dave Elman InduktionEine historische Hypnose-Induktionstechnik aus den 1950ern. In moderner Hypnosetherapie wird sie oft durch natürliche Einladungen an das Unbewusste ersetzt.Dave Elman Induktion ausführlich erklärt →
- Direkte SuggestionEin klarer, expliziter Befehl oder eine direkte Aussage ohne Metapher (z. B. 'Sie fühlen sich vollkommen ruhig').
- DissoziationDie mentale Trennung von Gefühl und Beobachtung. In der Therapie nützlich zur Traumaverarbeitung, als Schutzmechanismus aber oft mit Verlust von Lebensfreude verbunden.Dissoziation ausführlich erklärt →
- Doppelbindung (Double Bind)Eine Suggestion, die zwei Wahlmöglichkeiten bietet, die beide zum gleichen gewünschten Ergebnis führen – mit einer Illusion der freien Wahl (z. B. 'Möchten Sie jetzt in Trance gehen oder in einem Moment?').
E
- Eingebetteter Befehl (Embedded Command)Ein Befehl, der in einen größeren Satz eingebettet und oft durch eine subtile Tonveränderung hervorgehoben wird (z. B. 'Man kann sich tief entspannen, wenn man aufmerksam zuhört').
- Einsicht (In-Sight)Eine spontane Erkenntnis oder ein Moment des Verstehens, der während der Trance entsteht.
- Einstreutechnik (Interspersal)Das Einbetten von Suggestionen in eine scheinbar normale Geschichte oder Unterhaltung, sodass sie die kritische Instanz umgehen.
- Elman-HypnoseDer direkte, schnelle und klinisch orientierte Ansatz von Dave Elman, der auf schnellen somnambulischen Induktionen beruht.
- Erickson'sche HypnoseEine indirekte, hochgradig individuelle Form der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson, die mit Geschichten, Metaphern und der natürlichen Erfahrung des Klienten arbeitet.Erickson'sche Hypnose ausführlich erklärt →
- Esdaile-ZustandEin extrem tiefer Hypnosezustand (auch 'hypnotisches Koma' genannt), der durch tiefe Entspannung und natürliche Anästhesie gekennzeichnet ist.
F
- Fantasie- / Bildvorstellungs-InduktionEine Induktion mit lebhaften geführten inneren Bildern oder Geschichtenerzählen, um den Probanden in Trance zu ziehen.
- FraktionierungEine Vertiefungsmethode, bei der der Proband wiederholt aus der Trance heraus- und wieder hineingeleitet wird; jeder Zyklus erzeugt in der Regel einen tieferen Zustand als der vorherige.
- Fremd-Hypnose (Hetero-Hypnose)Hypnose, die von einer Person an einer anderen durchgeführt wird – im Gegensatz zur Selbsthypnose.
- Frühere-Leben-RegressionEine umstrittene Technik, bei der Probanden angeleitet werden, scheinbare Erinnerungen an frühere Inkarnationen zu erkunden; ihre wörtliche Gültigkeit ist umstritten.
G
- GähninduktionDie Nutzung der sozialen Ansteckungswirkung des Gähnens, um einen Entspannungs- und Tranceprozess einzuleiten.
- Gesetz der konzentrierten AufmerksamkeitDas Prinzip, dass eine Idee, auf die immer wieder Aufmerksamkeit gerichtet wird, dazu neigt, sich im Körper oder Verhalten zu manifestieren.
- Gesetz des dominanten EffektsDas Prinzip, dass eine stärkere Emotion oder Idee im Unterbewusstsein immer eine schwächere überwältigt.
- Gesetz des umgekehrten EffektsDas Prinzip, dass je mehr man versucht, eine Funktion bewusst auszuführen, desto unwahrscheinlicher es wird, dass man Erfolg hat (z. B. erzwungenes Einschlafen).
- Gestalt-HypnoseEine Integration von Gestalttherapie-Techniken (wie dem 'leeren Stuhl'-Dialog) in den hypnotischen Kontext.
H
- HandklammertestEin Suggestibilitätstest, bei dem die Hände des Probanden durch Suggestion 'zusammengeklebt' werden und er herausgefordert wird, sie zu trennen.
- Handschlag-UnterbrechungEine berühmte Schnellinduktion, die von Milton Erickson verbreitet wurde: Die Unterbrechung eines Händedrucks erzeugt kurzfristige Verwirrung und leitet die Trance ein.
- Handschuh-AnästhesieEine Technik, bei der die Hand hypnotisch betäubt wird (als ob ein Anästhesie-Handschuh getragen würde); diese Taubheit kann dann durch Berühren auf einen anderen Körperbereich übertragen werden.
- Harvard-Gruppentest (HGSHS)Ein standardisiertes Gruppenmaß für hypnotische Suszeptibilität, entwickelt an der Harvard University.
- HypermnesieGesteigertes Gedächtnis oder verbesserter Abruf von Erinnerungen unter Hypnose.
- Hypnagogischer ZustandDer Übergangszustand des Bewusstseins kurz vor dem Einschlafen; häufig mit leichter Trance verglichen.
- HypnoanalyseDer Einsatz von Hypnose, um die unbewusste Ursache eines psychologischen Symptoms oder Problems zu erkunden und zu identifizieren.
- HypnoidalEin sehr leichter Hypnosezustand, vergleichbar mit Tagträumen; die Schwelle zwischen normalem Wachzustand und echter Trance.
- Hypnopomper ZustandDer Übergangszustand kurz vor dem vollständigen Erwachen; ähnlich traumhaft und trance-nah wie der hypnagogische Zustand.
- HypnoseEin Zustand fokussierter Aufmerksamkeit und gesteigerter Aktivität des Unbewussten. Ein Synonym für den Hypnosezustand ist die hypnotische Trance.Hypnose ausführlich erklärt →
- HypnotherapieDie lösungsorientierte therapeutische Übersetzung zwischen der Sprache des Bewusstseins (Worte, Sätze) und der Sprache des Unbewussten (Bilder, Gefühle).Hypnotherapie ausführlich erklärt →
- Hypnotische TiefenskalaJedes standardisierte oder informelle Maß, das genutzt wird, um einzuschätzen, wie tief ein Proband zu einem bestimmten Zeitpunkt hypnotisiert ist.
- Hypnotischer VertragDie explizite oder implizite Vereinbarung zwischen Hypnotiseur und Proband bezüglich der Ziele, des Umfangs und der Grenzen der hypnotischen Arbeit.
- Hypnotisches SiegelEine umstrittene Suggestion, die während der Trance gegeben wird und verhindern soll, dass andere den Probanden außerhalb der etablierten therapeutischen Beziehung hypnotisieren können.
- HypnotiseurDie Person, die den hypnotischen Zustand herbeiführt und leitet.
- HypnotisierbarkeitDie allgemeine Reagibilität einer Person auf Hypnose, die sowohl Suszeptibilität als auch Suggestibilität umfasst.
I
- Ich-Stärkung (Ego Strengthening)Suggestionen, die darauf abzielen, das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und die persönliche Widerstandsfähigkeit des Probanden zu stärken.
- Ich-Zustand-Therapie (Ego-State Therapy)Ein therapeutischer Ansatz, der mit verschiedenen psychologischen 'Zuständen' oder Subpersönlichkeiten des Egos arbeitet, um Konflikte und Traumata zu lösen.
- Ideomotorische Reaktion (IMR)Unwillkürliche, unbewusste Muskelbewegungen (z. B. ein Fingerzucken oder -heben), die genutzt werden, um dem Unterbewusstsein die Kommunikation mit dem Hypnotiseur zu ermöglichen.
- Ideomotorische SignalisierungEin Kommunikationssystem, bei dem das Unterbewusstsein Ja/Nein-Fragen durch vorab vereinbarte unwillkürliche Bewegungen – typischerweise Fingerheben – beantwortet.
- Ideoretinales LichtDas visuelle 'Rauschen', Muster oder Phosphen-ähnliche Bilder, die wahrgenommen werden, wenn die Augen geschlossen sind; häufig während der Trance bemerkt.
- Ideosensorische ReaktionEine Empfindung – Wärme, Kälte, Kribbeln, Schwere – die rein durch Suggestion ohne jeglichen körperlichen Reiz erzeugt wird.
- Indirekte SuggestionEine subtile Suggestion, formuliert als Möglichkeit, Frage oder Andeutung statt als Befehl (z. B. 'Ich frage mich, ob Sie vielleicht eine tiefe Ruhe bemerken').
- InduktionDer Prozess oder die Technik, mit der ein Proband vom normalen Wachzustand in eine hypnotische Trance geführt wird.
- InkongruenzEine Diskrepanz zwischen bewusster und unbewusster Kommunikation oder zwischen den Worten und den nonverbalen Signalen des Hypnotiseurs; verringert die Effektivität.
- Inneres KindDie im Unbewussten gespeicherten Kindheitserfahrungen, Emotionen und Schutzmuster eines Erwachsenen.Inneres Kind ausführlich erklärt →
- ISE (Initiales Sensibilisierungsereignis)Das erste Auftreten einer sensibilisierenden Erfahrung, die die Wurzeln eines späteren Problems gelegt hat.
J
- Ja-Reihe (Yes-Set)Eine Abfolge von Wahr-Aussagen oder offensichtlichen Tatsachen, auf die der Proband wiederholt zustimmt, um eine anschließende Suggestion leichter annehmbar zu machen.
K
- KalibrierungDie sorgfältige Beobachtung der körperlichen Signale des Probanden – Atemfrequenz, Hautfarbe, Muskelspannung, Augenbewegung – zur Einschätzung der Trancetiefe und Reaktionsfähigkeit.
- KatalepsieEin Zustand unwillkürlicher Muskelstarre, der durch Suggestion ausgelöst wird und ein Glied in jeder Position hält, in die es gebracht wird.
- KatharsisDie Auflösung oder Befreiung von emotionaler Spannung; die therapeutische Entlastung, die häufig nach einer Abreagion folgt.
- Kognitive Verhaltenshypnotherapie (KVH)Ein integrativer Ansatz, der hypnotische Techniken mit Prinzipien der Kognitiven Verhaltenstherapie kombiniert.
- Kognitive Verzerrung (Hypnotisch)Die Veränderung der Wahrnehmung einer Überzeugung, eines Ereignisses oder einer Erfahrung durch gezielte Suggestion während der Trance.
- KongruenzDer Zustand, in dem Worte, Stimmton und Körpersprache des Hypnotiseurs übereinstimmen und die Wirkung der Suggestion verstärken.
- Kritische Instanz (Kritischer Filter)Der mentale 'Türsteher', der eingehende Suggestionen bewertet und entscheidet, welche das Unterbewusstsein erreichen dürfen. Die Umgehung dieser Instanz ist das zentrale Ziel der Induktion.
- KryptomnésieEin Phänomen, bei dem eine vergessene Erinnerung wieder auftaucht, die Person sie aber für einen neuen, originellen Gedanken hält.
L
- Leading (Führen)Der Übergang vom Pacing (Realität beschreiben) zum Vorschlagen einer Veränderung, um das Erleben des Probanden in die gewünschte Richtung zu lenken.
- Lebhafte VorstellungsbilderDer Einsatz detaillierter, multisensorischer innerer Bilder zur Einleitung und Vertiefung der hypnotischen Trance.
- LeCron-Bordeaux-SkalaEine der früheren standardisierten Skalen zur Messung der Trancetiefe, von nicht-suszeptibel bis zu vollständiger Trance.
- LethargieEin leichter Hypnosezustand, der durch ein Gefühl körperlicher Schwere und leichter Entspannung gekennzeichnet ist.
- Levitations-InduktionEine Induktion, bei der die Suggestion, dass ein Arm spontan aufsteigt, genutzt wird, um den Eintritt in die Trance zu erleichtern.
- Luzides TräumenEin Schlafzustand, in dem der Träumende weiß, dass er träumt; verwandt mit Hypnose in der Nutzung gelenkter Bilder und bewusster Wahrnehmung innerhalb eines veränderten Zustands.
M
- MesmerismusDas im 18. Jahrhundert von Franz Mesmer entwickelte System, das auf der Theorie des 'tierischen Magnetismus' basiert; der historische Vorläufer der modernen Hypnose.
- Metapher (Therapeutisch)Eine Geschichte, Analogie oder ein indirektes Szenario, das genutzt wird, um mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren und dabei bewussten Widerstand zu umgehen.
- MonotropismusDie Verengung der Aufmerksamkeit auf ein einziges Objekt oder einen einzigen Gedanken unter Ausschluss aller anderen Reize; ein wichtiger Mechanismus bei der Trance-Induktion.
- Musterbrechung (Pattern Interrupt)Die bewusste Unterbrechung eines erwarteten sozialen Ablaufs (z. B. eines Händedrucks), um einen kurzen Moment mentaler Verwirrung zu erzeugen, der ein Fenster für Suggestionen öffnet.
N
- Natürliche TranceEine Trance, die spontan im Alltag ohne formale Induktion entsteht (z. B. Autobahn-Hypnose, Tagträumen, Versinken in einen Film).
- Negative HalluzinationDas Nicht-Wahrnehmen von etwas, das tatsächlich vorhanden ist, aufgrund hypnotischer Suggestion (z. B. einen klar sichtbaren Gegenstand nicht zu sehen).
- NLP (Neurolinguistisches Programmieren)Ein Bereich der Kommunikation und Verhaltensveränderung, der eng mit der Hypnose verwandt ist und zum Teil durch die Modellierung von Ericksons Sprachmustern entwickelt wurde.
- Nocebo-EffektDas 'böse Gegenstück' zum Placebo-Effekt; eine negative Suggestion oder Erwartung, die reale, nachteilige körperliche oder psychologische Auswirkungen erzeugt.
- NominalisierungDie sprachliche Umwandlung eines Prozesses in ein Substantiv (z. B. 'Entspannung' statt 'sich entspannen'), was kraftvolle, abstrakte Konzepte erzeugt, die das Unterbewusstsein leicht aufnimmt.
- Null-Zustand (Zero State)Ein Begriff für einen 'leeren' oder 'unbeschriebenen' Zustand, der manchmal in sehr tiefer Trance berichtet wird, bevor die eigentliche Suggestionsarbeit beginnt.
P
- Pacing (Spiegeln)Das Beschreiben der gegenwärtigen, verifizierbaren Realität des Probanden im Präsens, um Übereinstimmung und Vertrauen aufzubauen, bevor man führt.
- Permissive SpracheSuggestionsformulierungen mit Wörtern wie 'könnte', 'dürfte' oder 'vielleicht', um Befehle zu mildern und Widerstand zu verringern.
- Placebo-EffektEine echte Verbesserung eines Zustands, die durch den Glauben an oder die Erwartung der Wirksamkeit einer Behandlung entsteht.
- Positive HalluzinationDas Wahrnehmen von etwas – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen – das tatsächlich nicht vorhanden ist, als Ergebnis hypnotischer Suggestion.
- Post-hypnotische Suggestion (PHS)Eine während der Trance gegebene Suggestion, die das Denken, Fühlen oder Verhalten des Probanden nach der Ausleitung beeinflussen soll.
- Post-hypnotischer AuslöserEin bestimmtes Signal – Wort, Geräusch, Berührung oder Bild – das während der Trance programmiert wird, um die post-hypnotische Suggestion später zu aktivieren.
- Post-hypnotischer Reinduktions-AnkerEin zuvor festgelegtes Wort, eine Geste oder ein Signal, das den Probanden in späteren Sitzungen rasch wieder in Trance versetzt.
- Posthypnotische AmnesiePosthypnotische Amnesie bezeichnet das vorübergehende Vergessen von Erlebnissen, die während einer Hypnose stattgefunden haben. Sie tritt durch Suggestion ein und lässt sich durch ein vereinbartes Signal wieder aufheben.Posthypnotische Amnesie ausführlich erklärt →
- PräsuppositionEin sprachliches Mittel, das ein gewünschtes Ergebnis als bereits wahr in der Satzstruktur voraussetzt (z. B. 'Wenn Sie in Trance gehen, werden Sie bemerken...').
- Proband / KlientDie Person, die hypnotisiert wird.
- Progressive Muskelentspannung (PMR)Eine schrittweise Induktionsmethode, bei der der Proband angeleitet wird, den Körper Teil für Teil zu entspannen, von Kopf bis Fuß oder umgekehrt.
- Proxy-SuggestionEine Suggestion, die über ein indirektes Medium oder eine andere Person wirkt, anstatt direkt an den Probanden gegeben zu werden.
- Pseudo-ZeitorientierungEine Technik ähnlich der Altersprogression, bei der der Proband so tut, als ob ein gewünschtes zukünftiges Ereignis bereits eingetreten ist.
R
- RapportDas Verhältnis aus Vertrauen, Harmonie und Kooperation zwischen Hypnotiseur und Proband. Ohne Rapport ist wirksame Hypnose nicht möglich.
- RatifizierungDas Aufzeigen beobachtbarer körperlicher Zeichen der Trance gegenüber dem Probanden als Beweis, dass Hypnose stattfindet, um seinen Glauben und seine Compliance zu vertiefen.
- ReinduktionDas erneute Führen eines Probanden in die Trance nach der Ausleitung – häufig schneller als die ursprüngliche Induktion.
- RevivifikationEine tiefe Form der Altersregression, bei der der Proband eine vergangene Erinnerung vollständig so erlebt, als ob sie gerade in diesem Moment geschieht.
- RückwärtszählenEine klassische Vertiefungstechnik, bei der das Zählen von einer höheren zu einer niedrigeren Zahl mit zunehmender Trancetiefe assoziiert wird.
S
- SchnellinduktionEine Induktion, die Trance in Sekunden oder wenigen Minuten erzeugt, anstatt auf ausgedehnte Entspannung angewiesen zu sein.
- SchockinduktionEine Form der Schnellinduktion, die einen körperlichen Schreckmoment oder eine plötzliche, unerwartete Bewegung nutzt, um die kritische Instanz zu umgehen.
- Sekundärer KrankheitsgewinnDer verborgene psychologische Nutzen, den eine Person daraus zieht, ein Symptom oder Problem aufrechtzuerhalten (z. B. eine Gewohnheit, die Stress abbaut oder soziale Aufmerksamkeit verschafft).
- SelbsthypnoseDie eigenständige Praxis, sich selbst in eine leichte Trance zu versetzen, um dem Unbewussten Raum, Aufmerksamkeit und Ausrichtung zu schenken.Selbsthypnose ausführlich erklärt →
- Sensorische VerzerrungDie Veränderung der Art und Weise, wie das Gehirn sensorische Eindrücke – Geruch, Geschmack, Klang oder Berührung – durch Suggestion verarbeitet.
- SicherheitsankerEin Wort oder Signal, das im Voraus festgelegt wird, damit der Proband jederzeit sicher und schnell in die Trance eintreten oder aus ihr austreten kann.
- Sichort-Zustand (Ultra-Tiefe)Ein berichteter Zustand jenseits des Esdaile-Zustands; wird mit beschleunigter Heilung und tiefgreifender Umprogrammierung in Verbindung gebracht.
- SkriptEin vorbereiteter Satz von Suggestionen, Bildern oder Erzählungen, der eine hypnotische Sitzung auf ein bestimmtes Ziel hin lenkt.
- SofortinduktionEine Induktion, die nahezu augenblicklich Trance erzeugt, häufig unter Nutzung von körperlicher Überraschung oder plötzlicher Führung.
- Somatische BrückeEine Regressionstechnik, die eine körperliche Empfindung als Brücke nutzt, um eine frühere Erinnerung zurückzuverfolgen, bei der diese Empfindung ihren Ursprung hatte.
- SomnambulismusDie tiefste erreichbare Ebene der hypnotischen Trance, in der der Proband handlungsfähig bleibt, auf komplexe Suggestionen reagiert und tiefe Phänomene wie Halluzinationen und spontane Amnesie erlebt.
- Sprachliche Bindungen (Binds)Sprachliche Strukturen, die das Bewusstsein auf eine gewünschte Reaktion hinlenken, indem sie die wahrgenommenen Optionen einschränken.
- SSE (Nachfolgendes Sensibilisierungsereignis)Spätere Ereignisse, die das ursprüngliche Initiale Sensibilisierungsereignis verstärkt oder vertieft haben.
- Stanford-Hypnose-Suszeptibilitätsskala (SHSS)Ein weit verbreitetes standardisiertes Maß für hypnotische Reagibilität, entwickelt an der Stanford University.
- SuggestibilitätDas Ausmaß, in dem eine Person offen dafür ist, Suggestionen zu empfangen und nach ihnen zu handeln.
- SuggestionEin gezielter sprachlicher oder gedanklicher Impuls, den das Unbewusste aufnehmen und in Erleben, Gefühl oder Verhalten umsetzen kann.Suggestion ausführlich erklärt →
- SuszeptibilitätDie angeborene Fähigkeit einer Person, in einen Hypnosezustand einzutreten; eng verwandt mit Suggestibilität, aber davon zu unterscheiden.
- SvengaliEin popkulturelles Archetyp für einen finster-kontrollierenden Hypnotiseur; weitgehend ein Mythos, den seriöse Praktiker aktiv widerlegen.
- SynästhesieEine Überschneidung von Sinnesmodalitäten (z. B. eine Farbe 'hören' oder einen Klang 'sehen'); wird in der Hypnose eingesetzt, um das sensorische Erleben zu vertiefen.
T
- Theta-ZustandEin Gehirnwellenzustand von 4–8 Hz, der mit tiefer Trance, Kreativität und lebhafter innerer Bilderwelt assoziiert ist.
- Tiefentranse-Identifikation (DTI)Eine Technik, bei der der Proband in tiefer Trance mental zu einer anderen Person wird oder deren Eigenschaften modelliert, um ihre Perspektive oder Fähigkeiten zu übernehmen.
- TranceEin natürlicher Bewusstseinszustand fokussierter Entspannung und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit, der dem Zustand des Halbschlafs ähnelt.Trance ausführlich erklärt →
- Transderivative SucheDer unbewusste Prozess, durch den das Gehirn seine gespeicherten Erfahrungen durchsucht, um einer vagen Suggestion oder Metapher Bedeutung zuzuweisen.
U
- Umdeuten (Reframing)Die Veränderung der Bedeutung oder des Kontextes einer Erfahrung, Erinnerung oder Überzeugung, sodass der Proband sie aus einer anderen Perspektive wahrnimmt.
- Unterbewusstsein / UnbewusstesDer weitgehend unzugängliche Teil des Geistes, der Gewohnheiten, Emotionen, Überzeugungen, Erinnerungen und autonome Körperfunktionen wie Atmen und Blinzeln steuert.
- Utilisation (Nutzung)Das ericksonsische Prinzip, alles, was der Proband einbringt – auch Widerstand, Husten oder Bewegungen – zu nutzen, um die Trance zu vertiefen oder zu erleichtern.
V
- VAK (Visuell, Auditiv, Kinästhetisch)Die drei primären sensorischen Modalitäten, durch die Menschen Erfahrungen verarbeiten; die Kenntnis der bevorzugten Modalität des Probanden bestimmt, wie Suggestionen formuliert werden.
- Verborgener Beobachter (Hidden Observer)Ein theoretisches Konstrukt, das besagt, dass ein losgelöster, beobachtender 'Teil' des Geistes selbst in den tiefsten Trancezuständen alles wahrnimmt.
- Verbundene Suggestion (Compound Suggestion)Eine Suggestion, die zwei Ideen durch 'und' oder 'während' verknüpft, sodass die erste die zweite erleichtert (z. B. 'Während Sie ausatmen, entspannen Sie sich noch tiefer').
- Verschachtelte Schleifen (Nested Loops)Eine Erzähltechnik, bei der mehrere Geschichten begonnen und zunächst offengelassen werden, bevor sie in umgekehrter Reihenfolge abgeschlossen werden; wird genutzt, um die kritische Instanz zu umgehen.
- Vertiefung (Deepener)Eine Technik, die nach der Anfangsinduktion eingesetzt wird, um den Probanden von einer leichten in eine tiefere Trance zu führen (z. B. Rückwärtszählen von 10 auf 1).
- VerwirrungstechnikEine Induktionsmethode, bei der das Bewusstsein mit komplexen, widersprüchlichen oder unsinnigen Informationen überlastet wird, bis es 'aufgibt' und Trance einsetzt.
- Vorgespräch (Pre-talk)Das Gespräch vor der formalen Induktion, um Mythen zu klären, Ängste anzusprechen, den Ablauf zu erläutern und Rapport aufzubauen.
- VorwärtszählenEine Methode beim Ausleitungsprozess, um Energie und Wachheit schrittweise zurückzubringen.
W
- WachhypnoseDie Anwendung hypnotischer Sprachmuster und Techniken auf eine Person im vollständig wachen Zustand, ohne formale Induktion.
- Wahr-Aussage (Truism)Eine unwiderlegbar wahre Aussage, die genutzt wird, um Zustimmung und Momentum aufzubauen (z. B. 'Sie atmen gerade').
- Wortsalat (Word Salad)Eine Verwirrungs-Induktionsmethode, bei der ein Strom nicht-sequentieller, unlogischer Sprache das Bewusstsein überwältigt und die kritische Instanz ausschaltet.
Z
- Z-ProzessEine Nischenmethode zur tiefgreifenden Umprogrammierung auf Unterbewusstseinsebene im hypnotischen Kontext.
- ZeitverzerrungEin hypnotisches Phänomen, bei dem das subjektive Zeiterleben des Probanden im Vergleich zur tatsächlichen Uhrzeit erheblich beschleunigt oder verlangsamt wird.
- Zitronen-TestEin klassischer ideosensorischer Test, bei dem die Vorstellung, in eine Zitrone zu beißen, Speichelfluss auslöst und so die Geist-Körper-Verbindung demonstriert.
- Zukunftsverankerung (Future Pacing)Das mentale Einüben eines gewünschten Verhaltens oder Zustands in einem konkreten zukünftigen Kontext während der Trance, um es im Unterbewusstsein zu verankern.
- Zustandsabhängiges GedächtnisDas Phänomen, dass Erinnerungen, die in einem bestimmten mentalen Zustand gespeichert wurden, in eben diesem Zustand am leichtesten abrufbar sind.
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- Überzeugungsbeweis (Convincer)Ein hypnotischer Test oder eine Demonstration – wie Armkatalepsy oder Augenlid-Verriegelung – der den Probanden davon überzeugt, dass er tatsächlich hypnotisiert ist.