Was dich nachts wach hält
«Ich bin todmüde, und sobald ich liege, bin ich hellwach.» Diesen Satz höre ich bei diesem Thema öfter als jeden anderen. Er beschreibt das Rätsel ziemlich genau: Der Körper will, du willst, und trotzdem passiert es nicht. Das liegt daran, dass Schlaf nichts ist, was du tust. Er ist etwas, was dir zustösst, sobald es unbedenklich erscheint.
Warum hält Sie das Gefühl des «Bewachtwerdens» nachts wach?
Schlafstörungen entstehen häufig, weil das unbewusste Nervensystem nachts in Wachsamkeit verharrt und Bedrohung vermutet. Hypnosetherapie signalisiert dem Unbewussten vollkommene Sicherheit für tiefen Schlaf.
Schlafstörungen entstehen häufig, weil das unbewusste Nervensystem nachts in Wachsamkeit verharrt und Bedrohung vermutet. Hypnosetherapie signalisiert dem Unbewussten vollkommene Sicherheit für tiefen Schlaf.
Wenn dich seit Monaten etwas vom Schlafen abhält, dann hat das aus hypnotischer Sicht einen Grund — auch wenn du ihn nicht kennst. Schlafen ist so grundlegend, dass das Unbewusste es nicht aus einer Laune heraus blockiert. Es tut es, wenn es glaubt, dass gerade jemand wach bleiben muss.
Bildlich gesagt: Es ist schwer einzuschlafen, wenn unbewusst ein Raubtier an der Tür kratzt. Irgendetwas in dir hält Wache. Was es bewacht, ist von Mensch zu Mensch verschieden — Stress, der tagsüber nie richtig abgestellt wurde, eine alte Angst, die abends endlich Platz hat, ein Konflikt, den du bei Tageslicht erfolgreich wegdrückst. Nachts ist einfach nichts mehr da, was ablenkt.
Und das ist keine Schikane. Es ist ein Schutzversuch, der aus dem Ruder gelaufen ist. Deshalb kämpfen wir nicht dagegen an — wir fragen, was der Wächter eigentlich noch bewachen muss.
Warum verhindert krampfhaftes Ausruhen das Einschlafen bei Insomnie?
Je mehr Sie versuchen einzuschlafen, desto mehr Anspannung entsteht im Körper – Schlaf lässt sich nicht erzwingen. In der Hypnose lernen Sie das Geschehenlassen der Entspannung.
Je mehr Sie versuchen einzuschlafen, desto mehr Anspannung entsteht im Körper – Schlaf lässt sich nicht erzwingen. In der Hypnose lernen Sie das Geschehenlassen der Entspannung.
Schlaf ist das einzige Thema, bei dem Anstrengung das Ergebnis verschlechtert. Wer sich vornimmt, jetzt endlich einzuschlafen, erzeugt Druck, und Druck macht wach. Wer alle zwanzig Minuten die Uhr anschaut und ausrechnet, wie wenig Nacht noch übrig ist, macht aus dem Bett einen Prüfungsraum. Und das Grübeln, das um halb zwölf anspringt, fühlt sich an wie Nachdenken, kommt aber nie irgendwo an.
Nach ein paar Wochen davon braucht es den Auslöser gar nicht mehr. Das Hinlegen genügt. Dein System hat gelernt, wo hier wachgelegen wird — so zuverlässig, wie es gelernt hat, dass ein Sessel zum Sitzen da ist. Die gute Nachricht steckt im selben Satz: Was gelernt wurde, lässt sich auch wieder umlernen.
Warum entspricht die hypnotische Trance genau dem angestrebten Einschlafzustand?
Trance ist der natürliche Zustand zwischen Wachen und Schlafen, in dem sich Gehirnwellen verlangsamen und Muskeln entspannen. Durch Hypnose verankern wir diesen fließenden Übergang in die Nacht.
Trance ist der natürliche Zustand zwischen Wachen und Schlafen, in dem sich Gehirnwellen verlangsamen und Muskeln entspannen. Durch Hypnose verankern wir diesen fließenden Übergang in die Nacht.
Bei kaum einem anderen Thema liegen Werkzeug und Ziel so nah beieinander. Die hypnotische Entspannung in der Trance ist jener Zustand zwischen wach und schlafend, den du jede Nacht ohnehin durchquerst, bevor du wegkippst. Kurz vor dem Einschlafen wandern die Augen langsam unter den geschlossenen Lidern hin und her — dasselbe sehe ich oft, wenn jemand bei mir in die Trance geht.
Der Weg ist also da. Er wird nur seit Monaten bewacht, von jemandem, den niemand abgelöst hat.
Welche konkreten Veränderungen im Schlafverhalten bewirkt die Hypnose?
Die Hypnose löst nächtliche Grübelkreisläufe auf und verringert das nächtliche Aufwachen spürbar. Sie finden zu einem erholsamen, durchgehenden Schlafmodus zurück.
Die Hypnose löst nächtliche Grübelkreisläufe auf und verringert das nächtliche Aufwachen spürbar. Sie finden zu einem erholsamen, durchgehenden Schlafmodus zurück.
Meistens in dieser Reihenfolge: zuerst den Druck, weil er am schnellsten nachgibt und weil ohne ihn schon einiges leichter geht. Dann die Verknüpfung — das Schlafzimmer wird in der Trance neu besetzt, nicht als Ort des Wachliegens, sondern als der Ort, an dem du dich fallen lässt. Und schliesslich das, was Wache hält: die Anspannung, die alte Geschichte, der ungelöste Konflikt.
Nichts davon macht dich zur Maschine, die abends auf Knopfdruck abschaltet. Es macht aus der Nacht wieder etwas, um das du dich nicht kümmern musst — und genau so soll es ja sein.

