Zu Hypnose kursieren viele Zahlen, oft ohne Quelle, Stichprobe oder Vergleichsgruppe. Eine «Erfolgsquote von 90 %» sagt wenig, wenn unklar bleibt, wer gemessen wurde, woran und im Vergleich wozu.
Diese Seite sammelt 17 Ergebnisse aus veröffentlichter Forschung: randomisierte Studien, Meta-Analysen, Normierungsstudien und Befragungen. Jede Zahl steht mit ihrer Stichprobe, ihrer Einschränkung und einem Link zur Originalpublikation.
Die Forschungszahlen beschreiben Studienergebnisse, nicht Behandlungsergebnisse bei Mion Hypnose. Ergebnisse aus meiner eigenen Praxis stehen getrennt davon im Abschnitt Eigene Auswertung aus der Praxis. Mehr Hintergrund finden Sie auf der Seite zur Wissenschaft der Hypnose. Zuletzt aktualisiert: .
Das Wichtigste in Kürze
- 19,2 % von 99 deutschen Jugendlichen wurden als hoch hypnotisierbar eingestuft. Hohe Hypnotisierbarkeit betrifft eine Minderheit, und wie gross sie ist, hängt vom gewählten Grenzwert ab. (Peter et al., 2015)
- Die Hypnotisierbarkeit korrelierte über 25 Jahre mit r = 0,71. Hypnotisierbarkeit verhält sich eher wie ein stabiles Merkmal als wie eine Tagesform. (Piccione, Hilgard & Zimbardo, 1989)
- 40,8 % berichteten nach 3 Monaten Einzelhypnose eine ausreichende Reizdarm-Linderung, gegenüber 16,7 % in der Kontrollgruppe. Der Anteil war mehr als doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe, doch die Mehrheit erreichte das Kriterium nicht. (Flik et al., 2019)
- 15,0 % waren 12 Monate nach Hypnose durchgehend rauchfrei, 15,6 % nach kognitiver Verhaltenstherapie. Kein statistisch signifikanter Unterschied zu einem etablierten Verfahren, und in beiden Gruppen blieb die grosse Mehrheit nicht durchgehend rauchfrei. (Batra et al., 2024)
- 78,8 % erreichten nach 6 Sitzungen darmgerichteter Hypnose eine Reizdarm-Symptombesserung, 73,9 % nach 12 Sitzungen. Sechs Sitzungen waren zwölf Sitzungen in dieser Studie nicht unterlegen. (Hasan et al., 2021)
- 54,9 % der Befragten ohne Hypnose-Erfahrung würden eine Hypnosebehandlung in Betracht ziehen. Die Offenheit ist deutlich grösser als die tatsächliche Nutzung von 7,6 % in derselben Umfrage. (Palsson, Twist & Walker, 2019)
- Eine Übersichtsarbeit von 2024 wertete 49 Meta-Analysen mit 261 unterschiedlichen Primärstudien aus. Es gibt viel Forschung, aber nur 9 der 49 Meta-Analysen erhielten eine hohe Qualitätsbewertung. (Rosendahl, Alldredge & Haddenhorst, 2024)
Statistiken zur Hypnotisierbarkeit
Nicht alle Menschen reagieren gleich stark auf hypnotische Suggestionen. Dieser Abschnitt zeigt, wie Hypnotisierbarkeit gemessen wird, wie stabil sie über die Zeit bleibt und wie wenig sie sich aus der Persönlichkeit ableiten lässt.
19,2 % von 99 deutschen Jugendlichen wurden als hoch hypnotisierbar eingestuft. 19 der 15- bis 19-Jährigen erreichten 9–12 Punkte auf der Harvard-Skala; bei der strengeren Grenze von 10 Punkten waren es 8,1 %. Der Anteil hängt also vom Grenzwert ab und ist keine weltweite Bevölkerungsquote. (Peter et al., 2015)
Die Hypnotisierbarkeit korrelierte über 25 Jahre mit r = 0,71. Gemessen bei 50 nachuntersuchten Personen. Der Wert beschreibt den Zusammenhang zwischen zwei Messungen, keine Erfolgsquote. (Piccione, Hilgard & Zimbardo, 1989)
Persönlichkeit und Geschlecht erklärten rund 6 % der Unterschiede in der Hypnotisierbarkeit. Das Modell mit den fünf breiten Persönlichkeitsdimensionen und Geschlecht wurde an 285 Studierenden geprüft (Varianz nach statistischer Anpassung). Aus einem Persönlichkeitsprofil lässt sich die Hypnotisierbarkeit demnach kaum ablesen. (Green, 2004)
Statistiken zu Behandlungsergebnissen
Behandlungsergebnisse lassen sich nur mit ihrer Vergleichsgruppe lesen. Die folgenden Zahlen stammen aus randomisierten Studien und Meta-Analysen und zeigen sowohl Vorteile als auch Ergebnisse, bei denen Hypnose nicht besser abschnitt.
Reizdarm
40,8 % berichteten nach 3 Monaten Einzelhypnose eine ausreichende Reizdarm-Linderung, gegenüber 16,7 % in der Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe erhielt eine edukative, unterstützende Therapie; die IMAGINE-Studie wertete 342 Personen nach Intention-to-treat aus. Linderung ist nicht Heilung. (Flik et al., 2019)
Nach 12 Monaten berichteten 49,5 % der Teilnehmenden an Gruppenhypnose eine ausreichende Reizdarm-Linderung, gegenüber 22,6 % in der Kontrollgruppe. Die Werte stammen aus derselben IMAGINE-Studie. Sie belegen keine Überlegenheit der Gruppenhypnose gegenüber der Einzelhypnose. (Flik et al., 2019)
Hitzewallungen, Rauchstopp und Dranginkontinenz
Der Hitzewallungs-Score sank nach 6 Wochen mit Hypnose-Audios um 53,4 %, mit der Scheinintervention um 40,9 %. 250 Frauen wurden randomisiert. Der Score verbindet Häufigkeit und Stärke, und auch die Scheinintervention ging mit einem deutlichen Rückgang einher. Keine Heilungsquote. (Hitzewallungs-RCT, 2025)
15,0 % waren 12 Monate nach Hypnose durchgehend rauchfrei, 15,6 % nach kognitiver Verhaltenstherapie. 360 Personen wurden randomisiert und erhielten je sechs Gruppensitzungen. Das Ergebnis wurde per CO-Messung bestätigt; der Unterschied war statistisch nicht signifikant. (Batra et al., 2024)
Dranginkontinenz-Episoden gingen nach 2 Monaten Hypnose im Median um 73,0 % zurück, mit Medikamenten um 88,6 %. 152 Frauen wurden randomisiert. Hypnose erfüllte das vorab definierte Nichtunterlegenheitskriterium am primären Endpunkt nicht. (Komesu et al., 2020)
Medizinische Eingriffe
Während medizinischer Eingriffe lag der Schmerz mit Hypnose im Mittel 1,14 cm tiefer auf der visuellen Analogskala. Meta-Analyse aus 6 randomisierten Studien mit 811 Personen; 95%-Konfidenzintervall −1,86 bis −0,41 cm. Die Studien unterschieden sich stark (I² = 91 %), der Mittelwert ist entsprechend vorsichtig zu lesen. (Lahoud, Tell Gurary & Elia, 2025)
Das relative Risiko für Übelkeit oder Erbrechen nach Eingriffen lag mit Hypnose bei 0,43. 3 randomisierte Studien, 185 Personen; 95%-Konfidenzintervall 0,25–0,74. Das entspricht einem um 57 % geringeren relativen Risiko, nicht 57 Prozentpunkten weniger Betroffenen. (Lahoud, Tell Gurary & Elia, 2025)
Statistiken zu Dauer und Durchführung
Wie viele Sitzungen braucht es, und in welchem Rahmen wird Hypnose eingesetzt? Zwei Studien geben Anhaltspunkte, beide mit klar begrenzter Aussagekraft.
78,8 % erreichten nach 6 Sitzungen darmgerichteter Hypnose eine Reizdarm-Symptombesserung, 73,9 % nach 12 Sitzungen. 178 von 226 beziehungsweise 164 von 222 Personen verbesserten sich um mindestens 50 Punkte im IBS-SSS. Sechs Sitzungen erfüllten das Nichtunterlegenheitskriterium; gemessen wurde jeweils am Therapieende. (Hasan et al., 2021)
40 von 40 Patienten mit Klaustrophobie schlossen ihre MRT-Untersuchung unter Hypnose ab. Ausgewählte Patienten in einer retrospektiven Schweizer Studie; auch alle 40 in der Narkose-Vergleichsgruppe schlossen ab. Kleine, nicht randomisierte Studie und keine allgemeine Erfolgsgarantie. (Rizzo et al., 2021)
Statistiken zu Nutzung und Einstellungen
Befragungen zeigen, wie verbreitet Hypnose ist und wie Menschen darüber denken. Sie messen Selbstauskünfte und Meinungen, keine Behandlungseffekte.
7,6 % der befragten Erwachsenen in den USA hatten bereits eine Hypnosebehandlung erlebt. Selbstauskunft in einer demografisch ausgewogenen Online-Befragung von 1’000 Erwachsenen, 2019. Keine Nutzungsquote für die Schweiz. (Palsson, Twist & Walker, 2019)
54,9 % der Befragten ohne Hypnose-Erfahrung würden eine Hypnosebehandlung in Betracht ziehen. Anteil unter den Befragten ohne bisherige Hypnosebehandlung in derselben US-Umfrage. Bereitschaft ist keine tatsächliche Nutzung. (Palsson, Twist & Walker, 2019)
88 % der befragten Behandelnden bewerteten die therapeutische Beziehung als sehr oder äusserst wichtig. Befragung von 691 Behandelnden aus 31 Ländern, 2023. Eine fachliche Einschätzung, kein gemessener Behandlungseffekt. (Palsson et al., 2023)
Statistiken zur Hypnoseforschung
Wie viel Forschung gibt es, und wie einheitlich sind ihre Ergebnisse? Übersichtsarbeiten zählen Studien und bewerten deren Qualität, was etwas anderes ist als eine Erfolgsquote bei Patienten.
Eine Übersichtsarbeit von 2024 wertete 49 Meta-Analysen mit 261 unterschiedlichen Primärstudien aus. 9 der 49 Meta-Analysen erhielten nach AMSTAR 2 eine hohe methodische Qualitätsbewertung. Die Zahl beschreibt diese eine Übersicht, nicht den Gesamtbestand der Hypnoseforschung. (Rosendahl, Alldredge & Haddenhorst, 2024)
47,7 % von 44 Schlafstudien berichteten positive Ergebnisse. Übersicht von 2023: 47,7 % positiv, 22,7 % gemischt, 29,5 % ohne Wirkung. Das sind Anteile von Studien, nicht von Patienten, und keine nach Studiengrösse gewichtete Erfolgsquote. (Wofford et al., 2023)
Eigene Auswertung aus der Praxis Mion Hypnose
Die Zahlen in diesem Abschnitt stammen nicht aus veröffentlichten Studien, sondern aus meinen eigenen Praxisaufzeichnungen als Hypnosetherapeut. Sie beschreiben die Klienten, die zu mir kommen, nicht Hypnose im Allgemeinen.
87 % der Klienten, die mindestens drei Sitzungen wahrgenommen haben, berichteten danach von einer spürbaren Verbesserung ihres Anliegens. Wer nach einer oder zwei Sitzungen nicht mehr kam, ist nicht enthalten, weil sich der Verlauf dort kaum feststellen lässt: Manche hören auf, weil es bereits geholfen hat, andere aus anderen Gründen. Von einigen erfahre ich erst Jahre später über Dritte, dass es gut gewirkt hat. Gezählt habe ich, was Klienten mir selbst gesagt haben, von «es ist viel besser» bis «das Thema, wegen dem ich kam, ist ganz weg». Es gibt keinen standardisierten Fragebogen und keine Vergleichsgruppe.
68 % der Klienten hatten in der ersten Sitzung eine unzutreffende Vorstellung davon, was Hypnose ist. Die meisten stellten sich Hypnose wie im Film oder in einer Bühnenshow vor: das Bewusstsein verlieren, auf ein Fingerschnippen reagieren oder einem Pendel folgen. In einer therapeutischen Hypnose bleiben Sie wach und ansprechbar.
60 % der Klienten bevorzugen Sitzungen vor Ort gegenüber Online-Sitzungen. Von diesen wechseln 19 % nach der ersten Sitzung vor Ort zu online, weil es im Alltag einfacher ist. Für sie geht es vor allem darum, sich einmal persönlich kennenzulernen. Ist das Vertrauen da, wählen sie online.
Auswertung: Jan Mion, Hypnosetherapeut EZC, Mion Hypnose. Grundlage sind meine eigenen Sitzungsnotizen, in denen ich festgehalten habe, was Klienten mir berichtet haben. Kein standardisiertes Messinstrument, keine Vergleichsgruppe, keine unabhängige Prüfung. Lesen Sie diese Zahlen als Beschreibung meiner Praxis, nicht als Prognose für eine einzelne Behandlung. Sie sind keine Garantie und kein Heilversprechen, und Hypnose ersetzt keine ärztliche Abklärung oder Behandlung.
Was diese Hypnose-Statistiken in der Praxis bedeuten
Zahlen aus Studien beantworten nicht, wie eine einzelne Behandlung verläuft. Sie helfen aber, Erwartungen einzuordnen und bessere Fragen zu stellen.
Ergebnisse als Bandbreite lesen, nicht als Versprechen
In den hier zitierten Studien erreichte je nach Thema und Messgrösse ein Teil der Teilnehmenden das Ziel, ein anderer nicht. Eine Quote aus einer Studie ist keine Prognose für eine einzelne Person und keine Aussage über Ergebnisse bei Mion Hypnose. Die Übersicht zur Hypnosetherapie zeigt, bei welchen Themen Hypnose in der Praxis eingesetzt wird.
Auf die Vergleichsgruppe achten
Ein Rückgang von 53,4 % liest sich anders, wenn die Scheinintervention 40,9 % erreicht. Aussagekräftig ist der Abstand zur Kontrolle, zusammen mit Stichprobengrösse und Studiendesign.
Hypnotisierbarkeit nicht mit Erfolg gleichsetzen
Die Werte zur Hypnotisierbarkeit stammen aus standardisierten Skalen. Sie beschreiben, wie Menschen auf Testsuggestionen reagieren, nicht, wie gut eine Behandlung wirkt. Die Seite zur Hypnose-Methode erklärt, wie Sitzungen aufgebaut sind.
Medizinische Beschwerden ärztlich abklären lassen
Viele dieser Studien betreffen medizinische Diagnosen wie Reizdarm oder Dranginkontinenz. Hypnose ersetzt keine ärztliche Abklärung oder Behandlung. Wie eine Sitzung abläuft, lesen Sie unter Meine erste Hypnosesitzung; für Fragen können Sie Kontakt aufnehmen.
Methodik und Quellen
Eine kuratierte Sammlung veröffentlichter Ergebnisse, keine vollständige systematische Übersicht. Literatur geprüft am 19. September 2026. Die Zahlen beziehen sich auf die genannten Stichproben und Messgrössen, nicht auf Behandlungsergebnisse bei Mion Hypnose. Prozentwerte, Korrelationen und Effektgrössen messen Unterschiedliches und lassen sich nicht gegeneinander bewerten. Studien und Übersichtsarbeiten können sich überschneiden. Die Jahreszahlen der Zitate beziehen sich auf die Originalpublikation.
Quellen
Peter et al.: Harvard-Skala, Normen für Jugendliche (2015) · Piccione, Hilgard & Zimbardo: Stabilität über 25 Jahre (1989) · Green: Persönlichkeit und Hypnotisierbarkeit (2004) · Flik et al.: IMAGINE-Studie zu Reizdarm (2019) · Hitzewallungs-RCT: Hypnose-Audios vs. Scheinintervention (2025) · Batra et al.: Rauchstopp, Hypnose vs. Verhaltenstherapie (2024) · Lahoud, Tell Gurary & Elia: Hypnose bei Eingriffen, Meta-Analysen (2025) · Komesu et al.: Dranginkontinenz, Hypnose vs. Medikamente (2020) · Hasan et al.: 6 vs. 12 Sitzungen bei Reizdarm (2021) · Rizzo et al.: Hypnose bei MRT und Klaustrophobie (2021) · Palsson, Twist & Walker: US-Bevölkerungsumfrage (2019) · Palsson et al.: internationale Befragung von Behandelnden (2023) · Rosendahl, Alldredge & Haddenhorst: Übersicht über Meta-Analysen (2024) · Wofford et al.: Übersicht zu Hypnose und Schlaf (2023)