Warum psychisches und physisches Zittern unterschiedliche Arbeit brauchen
Hypnosetherapie kann gegen Zittern auf verschiedene Arten helfen — sowohl auf psychologischer als auch auf physiologischer Ebene. Im Unbewussten lassen sich mit Hypnose die passenden Suggestionen setzen, um mit dem Zittern aufzuhören.
Ursachen des Zitterns
Nicht immer ist die Trennung eindeutig, aber grundsätzlich lässt sich Zittern in zwei Kategorien einteilen: psychisches und physisches Zittern. Das eine entsteht durch Vorgänge in der Psyche, das andere durch Schädigungen an unterschiedlichen Stellen im Körper. Hypnose kann bei beiden Arten von Tremor helfen — die Therapie sieht dabei aber jeweils anders aus. Deshalb gilt: Bevor du dein Zittern mit Hypnose behandelst, sollte ärztlich abgeklärt sein, was die Ursache sein könnte.
Psychisches Zittern
Psychisches Zittern wird oft durch bestimmte Gefühle oder Situationen ausgelöst — häufig als Stresszittern, etwa in sozialen Situationen. Auch Gedanken und Vorstellungen können es auslösen. Manchmal zittern nur die Hände, manchmal der ganze Körper oder seltener ein anderer Körperteil — das Unbewusste kann dabei ganz schön kreativ sein.
In manchen Fällen werden die auslösenden Gefühle oder Stimmungen gar nicht bewusst wahrgenommen. Das kann so weit gehen, dass das unwillkürliche Zittern der einzige Hinweis darauf ist, dass etwas nicht ganz rund läuft. Ist medizinisch alles abgeklärt und unauffällig, ist bei Ärzten oft guter Rat teuer — eine hypnotherapeutische Abklärung kann in diesem Fall sinnvoll sein.
Hypnosetherapie bei psychischem Zittern
Die Behandlung von psychischem Zittern gestaltet sich sehr individuell, da die zugrunde liegenden psychischen Ursachen von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Gewisse Aspekte lassen sich aber häufig beobachten: Der Umgang mit Stress oder Druck ist oft ein Thema, und wer zu zittern beginnt, kann meist von einem etwas dickeren hypnotischen Fell profitieren. Auch die Fähigkeit, sich selbst innere Ruhe zu verschaffen, muss oft erst hypnotisch eingeübt werden.
Ist der Kopf zu kontrollierend, können auch angestaute Gefühle ein Zittern auslösen — das innere Fliessen zuzulassen und den Gefühlen den passenden Raum zu geben, hilft dann oft. Am Ende geht es auch darum, die eigene Energie zu bündeln und zu lenken, statt sie ins Zittern zu verpuffen. Ein kleines Händezittern, etwa bei Auftrittsangst, fällt vielen Menschen gar nicht weiter auf — hier ist es oft eine Frage der Interpretation: Wechseln wir von «nervös» zu «freudig erregt», kann das schon die passende Veränderung sein. Was auch immer im Einzelfall passt: Es gibt viele Herangehensweisen in der Hypnosetherapie gegen Zittern, und eine Behandlung ist auch möglich, wenn vorher nicht klar ist, was das Zittern genau auslöst.
Körperlich bedingtes Zittern
Für unkontrollierbares Zittern gibt es auch viele körperliche, meist neurologische Ursachen — Schäden im Gehirn durch Trauma, Tumor oder Schlaganfall können es auslösen, ebenso Krankheiten wie Parkinson. Körperliche Schäden sind dabei meist resistenter gegenüber Veränderung als psychische Fehlleitungen — ein Wiederaufbau braucht Zeit, auch mit Hypnose. Und wie bei jeder Behandlung gibt es keine Erfolgsgarantie. Trotzdem lässt sich mit Hypnotherapie in die gewünschte Richtung Einfluss nehmen.
Hypnosetherapie bei neurologischem Zittern
Das Gehirn ist plastisch — das wissen längst nicht nur Neurologen. Und was veränderbar ist, lässt sich auch hypnotisch zu Veränderung anregen. Ist das Gehirn geschädigt, kann Hypnose die Selbstheilung anregen; gelingt das, lässt sich der Tremor in manchen Fällen reduzieren oder sogar auflösen. Dabei nutzen wir das gesamte Spektrum der medizinischen Hypnose, um den Körper auf Selbstheilung einzustellen — von bildlichen Metaphern bis zu unbewussten Direktiven kann alles einen positiven Einfluss auf die Regeneration des Gehirns haben.
Bei Krankheiten wie Parkinson ist die Behandlung des Zitterns mit Hypnose ebenfalls möglich, wirkt aber meist erhaltend statt wieder aufbauend. Das soll nicht die Hoffnung nehmen, sondern übertriebenen Erwartungen vorbeugen. Die Regeneration lässt sich anleiten, aber Hypnose ist keine Magie, bei der ein Schnippen Hirnschäden behebt — gerade Wiederholung macht im Gehirn vieles aus.
Hypnose kann bei vielen Arten von Zittern helfen, ob Aktionstremor oder Ruhetremor macht dabei meist keinen grossen Unterschied. Das gilt sowohl für psychisches als auch für physisches Zittern — Behandlung und erwartete Dauer unterscheiden sich je nach Ursache.

