Was ist Dissoziation?
Dissoziation beschreibt in der Psychologie die funktionelle Trennung von Wahrnehmung, Erleben und Gefühl. Statt ein Ereignis direkt mitten im Geschehen zu durchleben ("assoziiert"), nimmt man das Geschehen wie ein neutraler Außenstehender oder Beobachter wahr.
Therapeutische Anwendung
In der Hypnosetherapie ist kontrollierte Dissoziation ein hochwirksames Werkzeug zur sicheren Traumaverarbeitung und Angstbewältigung. Indem der Klient belastende Erinnerungen aus geschützter Beobachterdistanz (z. B. auf einer mentalen Kinoleinwand) betrachtet, kann das Nervensystem das Ereignis verarbeiten, ohne von Schmerz überrollt zu werden.
Persönlicher Einblick von Jan Mion (Hypnosetherapeut): "Dissoziation ist sehr hilfreich, um Belastungen zu reduzieren, damit Klienten sichere Distanz wahren können. Gleichzeitig ist sie ein automatisches Werkzeug, das das Unbewusste nutzt, um schmerzhafte Teile zum Überleben 'abzuspalten'.
Dabei wird jedoch meist das Kind mit dem Bade ausgeschüttet: Wer schmerzhafte Teile abspaltet, schneidet sich oft auch von wertvollen eigenen Ressourcen ab – etwa von kindlicher Fantasie, Spontanität oder der reinen Freude am Leben."
Therapeutische Re-Integration
Aus diesem Grund arbeiten wir in der Hypnosesitzung nicht nur an der Distanzierung, sondern an der anschliessenden sicheren Re-Integration dieser Anteile, damit Lebensfreude und Lebendigkeit wieder voll zugänglich werden.