Jan Mion
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Posthypnotische Amnesie

Posthypnotische Amnesie bezeichnet das vorübergehende Vergessen von Erlebnissen, die während einer Hypnose stattgefunden haben. Sie tritt durch Suggestion ein und lässt sich durch ein vereinbartes Signal wieder aufheben.

Was ist posthypnotische Amnesie?

Posthypnotische Amnesie (PHA) ist eine vorübergehende Einschränkung des Erinnerungsvermögens. Sie betrifft Inhalte, die während einer Hypnosesitzung erlebt wurden. Die Amnesie wird durch eine gezielte Suggestion des Hypnosetherapeuten ausgelöst. Sie lässt sich durch ein vorher vereinbartes Aufhebungssignal vollständig rückgängig machen.

PHA ist keine Gedächtnislöschung. Die Erinnerungen bleiben im Gedächtnis gespeichert. Der Zugang zu ihnen wird lediglich vorübergehend blockiert.

Gibt es posthypnotische Amnesie wirklich?

Ja. Posthypnotische Amnesie ist ein gut dokumentiertes Phänomen in der Hypnoseforschung. Studien zeigen, dass PHA vor allem bei hochgradig hypnotisierbaren Personen zuverlässig auftritt. Sie wird durch Suggestion gezielt herbeigeführt und durch Suggestion wieder aufgehoben. Dieser reversible Charakter unterscheidet sie klar von pathologischen Formen der Amnesie.

Kann ich mich nach einer Hypnose an alles erinnern?

In den meisten Fällen ja. Die Mehrheit der Menschen erinnert sich nach einer Hypnose an alles, was während der Sitzung geschehen ist. Ein spontaner Gedächtnisverlust ist selten. Manche Personen berichten sogar, dass sie sich an mehr Details erinnern als gewöhnlich. Verdrängte oder unbewusst gespeicherte Inhalte können in Hypnose leichter zugänglich werden.

Posthypnotische Amnesie tritt nur dann ein, wenn sie vom Therapeuten gezielt suggeriert wird. Sie ist kein automatischer Nebeneffekt der Hypnose.

Welche Arten von Amnesie gibt es?

Es gibt drei Hauptformen der Amnesie:

  • Anterograde Amnesie: Neue Informationen können nach einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr gespeichert werden. Erinnerungen an die Zeit davor bleiben erhalten.
  • Retrograde Amnesie: Erinnerungen an die Zeit vor einem bestimmten Ereignis gehen verloren. Neue Informationen können weiterhin gespeichert werden.
  • Dissoziative Amnesie: Bestimmte Erlebnisse oder Zeiträume werden aus dem bewussten Zugriff ausgeblendet. Die Ursache ist psychisch, nicht neurologisch.

Posthypnotische Amnesie gehört funktionell zur dissoziativen Kategorie. Sie unterscheidet sich jedoch dadurch, dass sie gezielt herbeigeführt und kontrolliert aufgehoben wird.

Wie lange halten posthypnotische Suggestionen an?

Posthypnotische Suggestionen können unterschiedlich lange wirken. Die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Übereinstimmung mit eigenen Zielen: Suggestionen, die zu bestehenden Überzeugungen und Wünschen passen, wirken länger.
  • Tiefe der Trance: Eine tiefere Trance begünstigt stärkere und dauerhaftere Wirkungen.
  • Wiederholung: Regelmässig verstärkte Suggestionen halten länger an.

Manche Suggestionen wirken Tage oder Wochen. Andere können über Monate oder Jahre bestehen bleiben. Die posthypnotische Amnesie selbst ist zeitlich begrenzt und endet spätestens mit dem Aufhebungssignal.

Wer ist besonders gut hypnotisierbar?

Etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung gelten als hochgradig hypnotisierbar. Zwei Persönlichkeitstypen stechen dabei hervor:

  • Fantasiebegabte Personen: Sie haben eine lebhafte Vorstellungskraft und können sich leicht in innere Bilder vertiefen.
  • Dissoziativ veranlagte Personen: Sie können mühelos zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen wechseln.

Hypnotisierbarkeit hat nichts mit Intelligenz, Willensschwäche oder Leichtgläubigkeit zu tun. Sie ist eine stabile Eigenschaft, die sich mit standardisierten Skalen messen lässt. Hochgradig hypnotisierbare Personen erleben posthypnotische Amnesie deutlich häufiger und stärker.

Verändert Hypnose die Persönlichkeit?

Nein. Hypnose kann Verhaltensweisen, Gewohnheiten und emotionale Reaktionen positiv beeinflussen. Die Grundstruktur der Persönlichkeit bleibt jedoch unverändert. Hypnosetherapie unterstützt Veränderungsprozesse, die der Klient selbst anstrebt. Sie erzwingt keine Persönlichkeitsänderung.

Ist posthypnotische Amnesie gefährlich?

Posthypnotische Amnesie ist nicht schädlich. Sie ist reversibel und kontrolliert. Der Therapeut kann die Erinnerung jederzeit durch das vereinbarte Aufhebungssignal wiederherstellen.

Mögliche kurzfristige Begleiterscheinungen nach einer tiefen Hypnose sind leichte Müdigkeit, vorübergehende emotionale Reaktionen oder kurzzeitige Konzentrationsschwierigkeiten. Diese Effekte klingen rasch ab und sind kein Zeichen einer Schädigung.

Bei bestimmten psychischen Erkrankungen wie akuten Psychosen oder Schizophrenie ist Hypnose grundsätzlich nicht angezeigt. Eine posthypnotische Amnesie wird in diesen Fällen nicht eingesetzt.

Posthypnotische Amnesie in der Therapie

In der Hypnosetherapie kann posthypnotische Amnesie gezielt eingesetzt werden. Sie dient dazu, therapeutische Inhalte zunächst unbewusst wirken zu lassen. Der bewusste Verstand wird vorübergehend entlastet. Dadurch können Veränderungsprozesse ungestört ablaufen.

Die Amnesie ist dabei immer ein Werkzeug im Dienst des Klienten. Sie wird transparent eingesetzt und kann jederzeit aufgehoben werden.

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