Die Hypnose wie auch die Meditation liegen voll im Trend. Immer mehr Menschen möchten mehr mit sich selbst im Einklang sein. Aber immer öfter stellt sich die Frage: Was ist der Unterschied zwischen Hypnose und Meditation?
Immer wieder wird mir in meiner Hypnosepraxis diese Frage gestellt.
Um die beiden Praktiken richtig vergleichen zu können sollten wir unterscheiden zwischen dem was man alleine tut, nämlich Selbsthypnose und Meditation, und dem, bei dem man von aussen angeleitet wird, wie geführte Meditation und Hypnose.
Zusätzlich gibt es natürlich auch verschiedene Formen der Meditation, die sich teilweise unterscheiden. Während die einen sich auf etwas fokussieren, lassen sich die andern «einfach geschehen» und üben sich in Achtsamkeit.
Es gibt also unterschiedliche Formen von sowohl Meditation, wie auch Hypnose. Es verbindet sie jedoch mehr als sie unterscheidet.
Warum interessiert man sich überhaupt für Meditation oder Hypnose? Die meisten, die sich für das eine oder andere interessieren sind auf der Suche nach Veränderung, auf der Suche nach einem Zugang zum Inneren. Vielleicht sogar auf der Suche nach Erleuchtung.
Meist haben sie gemerkt, das man in sich noch mehr hat als nur den bewussten Verstand. Und die Meditation wie auch die Hypnose kann ein Weg sein mit dem Inneren in Kontakt zu treten.
Die Kenner der Trance wissen, dass ein Leben im Einklang mit sich selbst Ausgeglichenheit, Gesundheit und Verständnis mit sich bringt. Ein Team mit dem Unbewussten zu werden lohnt sich also in jedem Fall.
Hypnose hat sehr oft einen gewissen zwielichtigen Beigeschmack. Man denkt an Manipulation und schmierige Hypnotiseure. Die Meditation im Gegensatz hat jedoch den Anschein der puren Erleuchtung. Man sitzt ja nur hin und schliesst die Augen. Dieser Unterschied ist wahrscheinlich vor allem dem jeweiligen Marketing zu verdanken.
Was jedoch die meisten Formen der Meditation gemeinsam haben, ist, dass die meisten Anfänger nicht genau wissen, wann es «funktioniert» hat. Sehr oft sitzen die Praktizierenden dann mit geschlossenen Augen da und warten darauf, dass sie sich anders fühlen. Es ist dann meist nicht ganz klar ob und was sich im Empfinden ändern sollte. Wenn das Ziel nicht klar ist, dann kann es manchmal schwer sein, den richtigen Weg zu finden.
Als jemand, der schon viel Erfahrung mit Meditation und mit (Selbst-)Hypnose gemacht hat, kann ich sagen, dass beide auf die selbe Weise Wirkung entfalten. Sowohl die Hypnose, wie auch die Meditation lassen eine Trance entstehen. Die Trance ist so relevant im spirituellen Geschehen, dass sie viele Namen trägt in verschiedenen Lehren. So viele Namen sie auch hat, wird doch meist das gleiche beschrieben. Ein Zustand von Leichtigkeit und Sorglosigkeit, der sowohl Fokus wie auch Kreativität vereint. Viele beschreiben es auch als «alle Gedanken, wie auch keine zu selben Zeit» als «im Fluss sein» und im «Einklang mit sich selbst».
Die Trance kann vor allem als die Brücke zwischen dem bewussten und dem unbewussten Verstand begriffen werden. Als Zustand zwischen wach und schlafend, verbindet die Trance die beiden inneren Anteile. Dies ist auch im Gehirn messbar.
Wenn wir die Gehirnwellen mit einem EEG messen würden, bei Meistern der Meditation und Meistern der Selbsthypnose, käme wahrscheinlich etwas ziemlich ähnliches dabei heraus. Nämlich ein mehr an Alpha und Theta Wellen.
Diese kommen auch natürlich vor, nämlich bei Konzentration und als Vorstadium zum Träumen. Deswegen berichten auch geübte Meditierende und geübte Selbsthypnotiseure von farbigen Bildern vor dem inneren Auge.
Grundsätzlich haben also die Zustände verschiedene Namen, sehen aber am Schluss ziemlich ähnlich aus.
Jetzt wo wir wissen, dass Hypnose und Meditation den gleichen Zustand erreichen, kann es klar sein, dass sich vor allem die Anwendung unterscheidet.
Denn die Hypnose wird gebraucht um den Zustand der Trance zu nutzen für Veränderung. Die Meditation hat meistens die Erreichung des Zustandes als einziges Ziel. Denn im Fluss zu sein alleine hat schon sehr viele positive Effekte, wie Entspannung, Stressabbau und bessere Durchblutung .
Die direkte Kommunikation mit dem Unbewussten wird in der Selbsthypnose in eine bestimmte Richtung gelenkt. Es werden bestimmte Teile des Selbst direkt angesprochen. Den unbewussten Anteilen werden Suggestionen gegeben für eine Veränderung.
Meditation ist also eine Art Leerhypnose; eine Selbsthypnose, die den Trancezustand als Ziel hat. Dabei wird vor allem auf darauf geachtet, was im Körper passiert, ohne direkten Einfluss zu nehmen.
„Die Meditation sucht die Trance, die Hypnose nutzt die Trance „
Für absolute Neulinge im Bereich der Trance empfehle ich die fremd-induzierte Hypnose. Das heisst den effektivste Start hat man wenn man sich von jemandem hypnotisieren lässt. Denn ein geübter Hypnotiseur gibt uns einen individuellen Zugang zur Trance. Etwas, dass einen Zusammenhang hat mit dem persönlichen Erleben. Und wenn man die Trance mal erlebt hat, dann weiss man sie sich anfühlen soll. Mit einem Bekannten Ziel ist die Suche viel einfacher.
So hatte ich zum Beispiel eine Klientin, die seit 20 Jahren immer wieder in einen Tempel zum Meditieren ging. Sie sagte, dass sie alle ihre Themen so lösen konnte.
Etwa zwanzig Sekunden nachdem ich bei ihr die Trance induziert hatte, fingen bei ihr die Tränen an zu fliessen. Anscheinend war da noch nicht so viel gelöst, wie gedacht. Nach der Sitzung sagte sie mir, dass sie das erste Mal innerlich eine Veränderung gespürt hat. Als sie dann gewusst hatte, wie der Zustand sein sollte, konnte sie ihn dann auch selbst beim Meditieren erreichen.
Nachdem sie also jahrelang vom Zustand gehört und gelesen hatte, hatte sie ihn zum ersten Mal selbst erlebt. Dadurch kannte sie endlich das Ziel und konnte ihren Weg danach ausrichten. Auch die Bilder, die ich bei ihrer Hypnose verwendet hatte, nahm sie ihn ihre Meditation/Selbsthypnose auf.
Das heisst für den Anfang würde ich mir den Zugang zum inneren zeigen lassen von einem Profi. Dadurch weiss ich dann anschliessend bei der Selbsthypnose/Meditation wie es sich anfühlen soll und wonach ich überhaupt suchen soll.
Auch für solche, die in Meditation geübt sind lohnt es sich also, auch mal die Hypnose auszuprobieren.
Wenn man auf der Suche ist nach einer passenden Hypnose Ausbildung ist, dann stösst man immer wieder auf Angebote, die sich gegenseitig damit über- (oder unter) bieten, wie kurz ihre Ausbildungen sind. Daher die Frage: Sollen Hypnoseausbildungen länger als sieben Tage dauern?
Es wird oftmals versichert, dass man auch in kurzen Ausbildungen alles lernen werde, was man brauche, nicht nur um selber hypnotisieren zu können, sondern auch um eine erfolgreiche Hypnosepraxis aufzumachen. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick für viele ansprechend, schliesslich möchte man ja effizient mit seiner Zeit umgehen.
Jedoch ist die Hypnose ein so breites Gebiet, dass sieben Tage nicht reichen, um alles abzudecken.
Also soviel vorweg: Man sollte sich nicht wundern, wenn man nach einer siebentägigen Ausbildung nicht viel kann.
Es gibt eigentlich grundsätzlich zwei verschiedene Gruppen von Teilnehmern in den Hypnosekursen. Die die Hypnose für sich selber lernen möchten und die, die Hypnose in ihrem Beruf anwenden möchten. Diese zwei Gruppen haben natürlich zwei unterschiedliche Anforderungen an eine Hypnoseausbildung.
Wenn man die Hypnose für sich selber anwenden möchte, muss man ja eigentlich das können, was einem selbst betrifft. Der Hauptfokus liegt dann jeweils auf dem Verstehen von sich und seinem Unbewussten und somit auch auf der Selbsthypnose. Je nachdem was das eigene Thema ist, sind verschiedene Formate interessant.
Was mir auch aufgefallen ist in den letzten fünf Jahren in denen ich Hypnose Kurse begleitet habe, dass die Teilnehmer die es für sich selbst lernen auch sehr viel profitieren von den Übungen. In diesen Gruppenübungen können sie sich dann von anderen Teilnehmern, auch erfahreneren, für ihr Thema hypnotisieren lassen. Das heisst auch für die Teilnehmer für sich selbst sind mehr Übungen gleichzusetzen mit mehr Erfolg.
Grundsätzlich kann man aber sagen: Für die, die Hypnose für sich selber lernen möchten, können wenige Tage Ausbildung sinnvoll sein.
Für Suchende, die die Hypnose für ihren Beruf anwenden möchten, ist der Fall jedoch klar. Denn für die berufliche Anwendung sollte man nicht nur vorbereitet sein auf seine eigenen Themen sondern auf die Themen aller möglichen Klienten und Patienten.
Natürlich kann man z.B. sagen: «Ich spezialisiere mich nur auf Raucher» aber erstens kann man sich mindestens am Anfang die Klienten nicht so genau aussuchen und zweitens sind die Ursachen fürs Rauchen auch unterschiedlich. Das heisst ohne grundlegendes Verständnis wäre man nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet.
Wenn man also mit Hypnose beruflich erfolgreich sein möchte, ist es wichtig einen möglichst grossen Wissens- und Erfahrungsschatz zu haben. Dafür braucht man sicher mehr als sieben Tage Ausbildung.
Für Interessenten, die ernstzunehmende hypnosetherapeutische Fähigkeiten entwickeln möchten, ist eine Ausbildung von weniger als zwei Wochen nicht zu empfehlen.
Warum also halten sich diese Ausbildungen so lange im Geschäft, wenn es klar ist, dass sieben Tage Ausbildungen nicht viel Substanz bieten? Die Antwort liegt in der hohen Effizienz von Hypnose.
Salopp gesagt ist Hypnose so toll, dass man auch begrenzte Erfolge damit haben kann, wenn man sie nicht versteht.
Dies ist zum Beispiel bei den Hypnotiseuren so, die Hypnose im Kurzdurchlauf gelernt haben als das Ablesen von Skripts. Diese nehmen bei den Rauchern das Skript «Rauchen», lesen dieses ab und manchmal wirkt es tatsächlich.
Um dies zu tun muss man keine hypnotische Sprache verstehen, keine Trancephänomene nutzen können und auch keine hypnotische Intuition entwickelt haben. Man kann einfach ablesen und ein Bisschen die Stimme verstellen.
Zur selben Kategorie von oberflächlichen Ausbildungen gehören auch solche, die nicht direktes Ablesen beinhalten, aber auch Schritt für Schritt starr vorgegeben sind.
Eine solche seichte Art des "Hypnotisierens" kann natürlich schnell vermittelt werden und macht vielleicht auf den ersten Blick den Anschein, dass man wirklich erfolgreich hypnotisieren kann.
Das Problem für die Anwender solcher einseitiger Methoden und vor allem für die Klienten ist: was tun wenn es nicht wirkt? Der Klient denkt oftmals, dass Hypnose nichts für ihn sei. Und der Anwender hat wenige andere Ressourcen, auf die er oder sie zurückgreifen kann.
Dies führt dann leider oftmals zu Frustration auf beiden Seiten.
Der grundlegende Mangel an Hypnoseverständnis ist leider sehr oft ein Resultat von zu kurzen und zu oberflächlichen Ausbildungen. In solch kurzer Zeit wäre es gar nicht möglich ein grundlegendes Verständnis für Hypnose zu vermitteln, also wird auf starre Abläufe gesetzt.
Immer wieder finden sich Teilnehmer von Kurzzeit-Ausbildungen in unseren Advanced Kursen wieder und wir merken oft, dass sie dem Gesagten kaum folgen können. Man beachte: dies sind Teilnehmer die meistens eine eigene Praxis haben und mit Klienten arbeiten.
Wenn man nur gelernt hat stur die «Rauchhypnose» oder die «Abnehmhypnose» zu befolgen, kann das eine gewisse Sicherheit geben, es ist jedoch meist schwer, den Individualitäten der Klienten Rechnung zu tragen.
Deshalb können wir allgemein sagen: Wenn man Hypnose richtig versteht, kann man sie kreativ und fliessend einsetzen und braucht keine starren Abläufe.
Erfolgreiche Hypnoseanwender gestalten die Hypnose nicht nur auf Basis des zu behandelnden Themas, sondern vor allem auch auf der Basis dessen, was der Klient mitbringt.
Um mit Hypnose so oft wie möglich Erfolg haben zu können, ist es also wichtig die Hypnose und die Hypnosetherapie von Grund auf zu verstehen.
In einer grundlegenden Ausbildung lernt man die wichtigen Prinzipien und Strukturen der Hypnose und wie man diese individuell kombiniert, um für die meisten Klienten die passende Behandlung zusammenstellen zu können. So wird die Hypnose nicht zu «einem weiteren Werkzeug» sondern zu etwas, das alle Interaktionen mit Menschen bereichert.
Es ist nicht möglich alle nötigen Aspekte der Hypnose verstehen und anwenden zu lernen in weniger als zwei Wochen Ausbildung. Absolventen von «Schnellbleiche» Ausbildungen sind oftmals schmerzlich unvorbereitet für den therapeutischen Alltag.
Wenn man also erfolgreich Hypnose praktizieren möchte, sollte man von Anfang an in eine umfassende Hypnose Ausbildung von Grund auf investieren, welche mehr als sieben Tage dauert.
Sollten Sie auf der Suche sein nach einer Hypnoseausbildung die für sie passt, so kann ich die Hypnose Ausbildung von Grund auf empfehlen. In 18 Tagen wird die Hypnose so vermittelt, dass die Absolventen für alle Eventualitäten gewappnet sind.
Für Absolventen von Ausbildungen mit weniger als 10 Tagen sind die Kurse «Hypno 2» und «Hypno 3» geeignet, um ihr Wissen zu komplettieren.
Wo und wie Hypnose bei medizinischen Problemen wirkt und warum gewisse Teile der Hypnose zu den bestbewiesensten Teilen der Schulmedizin gehören, erfahren Sie hier.
Immer mehr Menschen begreifen, dass Hypnose ihnen auch bei der Behandlung von körperlichen Beschwerden helfen kann.
Durch die hypnotherapeutische Verbindung von Körper und Geist kann viel Selbstheilung angeregt werden, die sonst nicht wirken würde.
Wenn wir in der Menschheitsgeschichte zurückgehen, war der Arzt und der Hypnosetherapeut die gleiche Person. Der Medizinmann war beides gleichzeitig. Denen, die ihn um Hilfe ersuchten, gab er Medizin zu trinken und sprach mit Ihnen auf spezielle, heilende Art.
Mit der Zeit teilten sich die Berufe auf. Um nicht der „Scharlatanerie“ früherer Methoden zu erliegen, grenzten sich die Ärzte ab und bildeten die Schulmedizin.
Was viele jedoch nicht wissen, ist dass die hypnotische Wirkung immernoch einen grossen Einfluss auf die Schulmedizin hat. Deswegen ist die Wirkung von Hypnose auch etwas vom meistbewiesenen überhaupt. Mehr dazu weiter unten.
Dabei wurde der Fokus auf Krankheiten gelegt, jedoch nicht so viel auf die Gesamtheit von Gesundheit und Prävention. Der Körper wurde ausserdem als eine Art Maschine angesehen, bei der man an einen Schräubchen dreht oder ein Knöpfchen drückt und dann wird er wieder gesund. Unterdessen wissen wir, dass das bei Menschen so nicht ganz stimmt. Die Einstellung gegenüber der Medizin wirkt unabhängig von der Medizin selbst. Das heisst auch unser Charakter und unser tägliches Erleben hat einen starken Einfluss auf unsere Gesundheit oder auf unsere Krankheit.
Auch wenn die ersten Spitäler und Universitäten sich langsam wieder an die Body-Mind Verbindung herantasten, stecken umfassende Behandlungen noch in den Kinderschuhen. Es gibt immer noch viele Ärzte, die mich schockiert anschauen, wenn ich ihnen erzähle, dass auch grosse Operationen unter Hypnose und fast ohne Anästhesie durchgeführt werden.
Das heisst, es ist empfehlenswert auf medizinische Hypnose zurückgreifen,wenn wir die Schulmedizin unterstützen wollen. Auch sinnvoll ist die medizinische Hypnosetherapie in Bereichen, wo die Schulmedizin noch Probleme hat.
Medizinische Hypnose ist die Anwendung von Hypnosetherapie zur Behandlung von medizinischen Problemen. Auch die Hypnose zur Förderung der Gesundheit kann damit gemeint sein. Manchmal wird diese Form der Hypnose auch Heilhypnose genannt.
Medizinische Hypnose kann bei einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt werden. Hier einige Beispiele:
Wie in der Einleitung bereits gesagt, wird die beste Wirkung erzielt, wenn man Schulmedizin und medizinische Hypnose kombiniert. Schulmedizin ist vor allem geeignet für Probleme, die „von aussen“ kommen. Also alles was nicht körpereigen ist. Zum Beispiel Viren und Bakterien , aber auch offene Brüche oder ausgerenkte Schultern. Hypnose kann bei solchen Themen sicherlich unterstützend helfen, aber man sollte sie nicht alleine verwenden.
Das Hauptgebiet der medizinischen Hypnose ist das, was „von innen“ kommt. Also das, was der Körper selber macht. Dazu gehören unter anderem Schmerz, Autoimmunkrankheiten, Allergien und ja auch Krebs. Die Selbstheilung kommt immer „von innen“.
Aussergewöhnlich lohnen kann sich die medizinische Hypnose bei chronischen Krankheiten, wo die Schulmedizin schon aufgegeben hat.
Für den Patienten oder Klienten ist es wichtig zu wissen, dass man sich nicht zwischen „Schulmedizin“ und „Hypnosemedizin“ entscheiden muss. Man kann für sich das Beste aussuchen und kombinieren. Schlussendlich heilt sich der Körper selbst, ob mit Medikamenten oder mit Hypnose. Beides wirkt also gegenseitig unterstützend und im Idealfall lernen auch die Behandelnden voneinander.
Jedes Medikament, das auf den Markt kommt, wird mit dem Placeboeffekt verglichen. Der Placeboeffekt ist also der Effekt der in der gesamten Medizin am besten bewiesen ist und trotzdem glauben immer noch viele, dass Placebo „nichts“ sei. „Das ist ‚nur‘ Placebo“ hört man dann.
Dabei ist der Placeboeffekt der Kern der Medizin. Placebo wirkt ohne Wirkstoff, selbst dann, wenn der Patient weiss, dass er Placebo zu sich nimmt. Die Wirkung von Placebo kann überall beobachtet werden, selbst dann, wenn konventionelle Medikamente keine Wirkung zeigen.
Auch wenn vieles noch ungeklärt ist, wissen wir aber grundsätzlich, dass sich vieles in unserem Körper unseren Vorstellungen anpasst. Ob diese Ideen nun bewusst und direkt mit Hypnose in den Kopf gesetzt wurden, oder z.B. aus Versehen durch achtlose Aussagen von einem Arzt, macht keinen Unterschied. Umgesetzt werden sie trotzdem.
Warum wird also ein so tolles Heilmittel nicht öfters genutzt? Die Antwort liegt wahrscheinlich in der Unsicherheit. Denn trotz grösser werdendem Interesse am Thema hat die medizinische Forschung noch keine Ursache für den Placeboeffekt isoliert. Und dies ist vielen Schulmedizinern anscheinend nicht ganz geheuer.
Wir Hypnosetherapeuten wissen hingegen, dass das Unbewusste teilweise auf unbegreifliche und mysteriöse Weise schaltet und waltet. Deswegen ist es für uns nicht gleich wichtig zu verstehen, warum Hypnose bei körperlichen Themen wirkt. Wenn man den Körper nicht nur als Maschine versteht, dann kann man auch damit umgehen, dass man mit Anwendung A manchmal B, manchmal C oder manchmal ganz etwas anderes bekommt.
Jedoch ist es ganz klar, dass der Placeboeffekt Hypnose in Reinkultur ist. Das Unbewusste von etwas zu überzeugen, damit Veränderungen passieren, ist mein tägliches Brot. Wenn ich Hypnose zur Behandlung von körperlichen Beschwerden nutze, dann leite ich medizinisch gesehen eigentlich einen besseren Placeboeffekt an. Ganz ohne Wirkstoff und nur mit Worten. Und erst noch ohne Nebenwirkungen.
Positive Wirkung ohne Wirkstoff. Der Körper heilt durch positive Suggestionen.
Negative Wirkung durch Ängste oder ungünstige Kommunikation.
Das Gegenteil vom Placebo-Effekt ist der Nocebo-Effekt. Dieser Begriff wird vor allem für negative Placeboeffekte verwendet. Der spannendere Teil ist jedoch, dass durch den Noceboeffekt die Wirkung von Wirkstoffen reduziert werden kann. Wenn ein Medikament nicht anschlägt, dann hat dies oft einen Zusammenhang mit dem Nocebo-Effekt. Wenn zum Beispiel höhere Dosen von Schmerzmittel verschrieben werden, ohne das sich etwas ändert, dann kann das sehr gut „Nocebo“ sein.
Es ist also nicht nur wichtig, was man verschreibt, sondern auch wie. Leider fehlt dieses Wissen oft. „Es wird es nicht schlimmer machen“ oder „Damit können Sie gesund werden“ sind ganz unterschiedliche Anweisungen ans Unbewusste. Beim einen hört es "schlimmer machen" und beim andern "gesund werden". Ärztliche Kommunikation ist in dem Fall sozusagen medizinische Hypnose.
Deshalb ist die Hypnosetherapie eine so passende Ergänzung zu regulärer medizinischer Behandlung. Mit dem Einsatz von Hypnose richten wir zusätzlich das Unbewusste auf die Heilung aus. Wir teilen ihm mit, dass die Medikamente gute Absichten haben, dass sie wirken werden und dass Gesundheit immer möglich ist. So können wir den Noceboeffekt vermindern oder sogar verhindern.
Konkrete Beispiele und Anwendungsgebiete:
Es ist wichtig, medizinische Hypnose klar von der Showhypnose abzugrenzen. Showhypnose dient rein der Unterhaltung und hat mit therapeutischer Hypnose nichts zu tun. Bei der Showhypnose geht es darum, Menschen in einen tiefen Trancezustand zu versetzen und ihnen Suggestionen zu geben, die zu amüsanten oder spektakulären Reaktionen führen. Medizinische Hypnose hingegen ist ein seriöses Therapieverfahren, das von qualifizierten Fachkräften angewendet wird, um Menschen bei der Bewältigung von Krankheiten und Beschwerden zu helfen.
Die Integration von Hypnose in das Gesundheitssystem ist weltweit unterschiedlich. In einigen Ländern, wie z.B. Deutschland, ist die Hypnosetherapie als psychotherapeutische Methode anerkannt und wird von den Krankenkassen erstattet. In anderen Ländern ist die Anerkennung noch nicht so weit fortgeschritten.
Die Integration von Hypnose in bestehende Behandlungspläne ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Hypnose kann als Ergänzung zu anderen Therapieformen eingesetzt werden und die Behandlungsergebnisse verbessern.
Wie bereits erklärt, kann der Noceboeffekt nicht nur die Wirkung von Medikamenten reduzieren, sondern auch negative Effekte hervorrufen.
So gab es z.B. einen Fall in den USA wo bei einer Schmerzbehandlung die Wirkung von Novocain suggeriert wurde. Den Ärzten war nicht bekannt, dass der Klient allergisch war.
Alleine durch die Suggestion wurde beim Patienten eine allergische Reaktion ausgelöst. Die ungeschickte Verwendung von medizinischer Hypnosetherapie kann also durchaus Gefahren mit sich bringen. Deshalb ist es noch wichtiger, den Hypnotherapeuten gut auszuwählen.
Es gibt sicher den einen oder anderen interessierten Arzt, der hypnotisch gut versiert ist. Leider sind meine persönlichen Erfahrungen mit Ärzten, die Hypnose gelernt hatten, eher negativ ausgefallen. Die Hypnose wurde quasi als zusätzliches Medikament verstanden, das verabreicht werden kann. Diese mechanistische Ansicht vom Menschen ist ins solchen Fällen nicht förderlich für medizinische Hypnose.
Deshalb empfehle ich für medizinische Hypnose zu einem Hypnosetherapeuten zu gehen. Natürlich am besten in Absprache mit dem Hausarzt.
Falls Sie ein körperliches Problem haben, das Sie mit Hypnose behandeln wollen, können Sie wie folgt vorgehen: Wichtig ist, dass Sie als erstes alles medizinisch abklären lassen. Die meisten seriösen Hypnosetherapeuten verlangen schon nur aus rechtlichen Gründen, dass alle körperlichen Symptome medizinisch ab gecheckt wurden.
Am besten fragen Sie den Arzt Ihres Vertrauens, ob er oder sie jemanden für Hypnose empfehlen kann. Es gibt immer mehr Ärzte, die mit Hypnosetherapeuten zusammenarbeiten. Wenn Ihnen niemand empfohlen wird, dann können Sie einfach zu mir kommen.
Ob Sie Ihrem Arzt erzählen möchten, dass Sie auch in hypnotischer Behandlung sind, müssen Sie selber entscheiden.
Auf jeden Fall sollten Sie jedoch Ihren Hypnosetherapeuten darüber informieren, welche Medikamente Sie zu sich nehmen.
Falls Sie ein Arzt sind und sich für Hypnose in der Medizin interessieren, würde ich Ihnen als erstes die Selbsterfahrung empfehlen. Dafür buchen Sie am einfachsten einen Termin bei einem Hypnosetherapeuten, der auch medizinische Hypnose anbietet.
Hypnose in der Theorie ist auch ganz etwas anderes, als erlebte Hypnose. Für diejenigen, die keine Selbsterfahrung brauchen, gibt es immer wieder Kurse und Vorträge, bei denen man Hypnose erleben kann.
Medizinische Hypnose hat nichts mit Show zu tun. Es ist sogar das Gegenteil der Fall. Hypnose ist, in der Form von Placebo, das meist getestete „Heilmittel“. Und wenn wir die Hypnose nicht zufällig, sondern gezielt einsetzen, geht die Wirkung über Placebo hinaus. Medizinische Hypnose ist also eine gute Idee für fast alle Patienten.