Warum die Abkürzungen bei diesem Thema nicht halten
Niemand ist eines Morgens aufgewacht und war plötzlich schwerer. Es ist geschlichen, über Jahre, und wie bei allem, was schleicht, kennt man die Gründe nicht so genau. Dass mehr reinging als rausging, ist keine Erkenntnis — dafür braucht es weder einen Physiker noch einen Hypnosetherapeuten. Die interessante Frage ist eine andere: Wofür war das gut?
Wie löst Hypnosetherapie emotionales Essen als Ursache von Übergewicht?
Emotionales Essen dient im Unbewussten als Ersatz für Trost, Belohnung, Frustessen oder Entspannung bei Langeweile und Überforderung. Hypnosetherapie setzt direkt an dieser emotionalen Funktion an, löst die unbewusste Blockade und verhindert den plötzlichen Kontrollverlust, damit Essen wieder rein der körperlichen Sättigung dient.
Eine Klientin erzählte mir von ihrem Abend. Kinder im Bett, Küche aufgeräumt, endlich Ruhe — und dann sass sie mit der Schokolade auf dem Sofa und war ehrlich gesagt zum ersten Mal an diesem Tag zufrieden. Sie hatte kein Essproblem. Sie hatte ein Problem damit, dass ihr sonst nichts gehörte.
So sieht das meistens aus. Das Essen ist zuständig für etwas: für den Trost, für die Belohnung, für den einen Moment, in dem niemand etwas will. Und weil es diesen Job zuverlässig erledigt, wird es wieder gerufen. Dass es die Rechnung erst später schickt, spielt für den Teil in dir, der ruft, keine Rolle.
Warum scheitern strenge Diäten bei Heisshunger und wie hilft Hypnose?
Strenge Diäten und Verbote scheitern, weil sie die Anspannung erhöhen und die emotionale Ursache des Essverhaltens unangetastet lassen. Hypnosetherapie löst den inneren Konflikt auf unbewusster Ebene, statt ständigen Verzicht, Kalorien zählen und Willenskraft zu verlangen.
Deshalb funktionieren Diäten so schlecht. Nicht weil du zu schwach dafür wärst, sondern weil sie an der falschen Stelle ansetzen. Sie nehmen dir den Trost weg und geben nichts dafür zurück. Was dann steigt, ist die Anspannung, der Stress — und genau der war von Anfang an der Auslöser.
Dazu kommt: Wer streng kontrolliert, denkt mehr ans Essen, nicht weniger. Der Verzicht macht das Verbotene interessanter, bis irgendwann ein schlechter Tag kommt und alles kippt. Danach folgt die Scham, und Scham ist wieder ein Gefühl, für das das Essen zuständig ist. Der Kreis schliesst sich.
Eine Diät verhandelt mit dem Kopf über etwas, das der Kopf gar nicht entscheidet.
Warum ist das hypnotische Magenband wirkungslos und was ist die Alternative?
Ein hypnotisches Magenband bekämpft lediglich Symptome und lässt die emotionalen Auslöser des Essverhaltens völlig unberücksichtigt. Nachhaltiges Abnehmen gelingt erst, wenn das Unbewusste neue Wege für Ausgleich, Ruhe und das Erreichen deines Wohlfühlgewichts erlernt.
Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die dir ein virtuelles Magenband anbieten, eine hypnotische Abnehmspritze oder Suggestionen direkt an die Fettzellen. Ich mache das nicht, und zwar aus zwei Gründen.
Der erste ist die Sache selbst: Die einzige richtige Untersuchung zum Magenband hat keinen Vorteil gegenüber einer gewöhnlichen Entspannungshypnose gefunden. Der zweite ist grundsätzlicher. Solche Methoden bekämpfen das Symptom und lassen den Job unerledigt. Der Teil in dir, der abends Trost braucht, hört nicht auf, ihn zu brauchen, nur weil sich der Magen kleiner anfühlen soll. Er sucht sich einen anderen Weg. Und mit Fettzellen zu sprechen ist ungefähr so aussichtsreich, wie deiner Leber eine E-Mail zu schicken.
Wie führt das Auflösen unbewusster Essmuster zu nachhaltiger Gewichtsreduktion?
Durch Hypnose wird dem Essen seine emotionale Ersatzfunktion entzogen und an gesunde Bewältigungsstrategien übertragen. Das Ergebnis ist keine eiserne Disziplin oder ein Kampf gegen den Kontrollverlust, sondern eine natürliche Gleichgültigkeit gegenüber früheren Essauslösern.
Wir suchen, wofür das Essen zuständig ist, und geben diese Zuständigkeit an eine Stelle zurück, die besser dafür geeignet ist. Manchmal ist das Ruhe, manchmal Selbstrespekt, manchmal ein alter Kummer, über den nie jemand geredet hat. Häufig sind es auch schlicht Gewohnheiten, die niemand je bewusst beschlossen hat.
Was danach kommt, überrascht die meisten. Nicht der eiserne Wille, sondern eine Art Gleichgültigkeit gegenüber dem, was vorher gezogen hat. Die Packung liegt da und meldet sich nicht. Ein Klient sagte mir nach der dritten Sitzung, er habe gar nicht gemerkt, dass er abnimmt — er habe sich nur gewundert, warum er abends nicht mehr aufsteht.
Genau so soll es sein. Nicht ein gewonnener Kampf, sondern ein Kampf, der aufgehört hat.

