Blockadenlösung aus hypnotischer Sicht
«Ich habe da eine Blockade» heisst meistens: Ich weiss, dass mehr möglich wäre, und irgendetwas in mir hält mich zurück.
Dieses Etwas ist kein Gegner. Es ist der Teil von dir, der dich schützen will. Für dein Unbewusstes ist eine Blockade eine Vorsichtsmassnahme: Dort warst du noch nie, also könnte es gefährlich sein. Und «könnte» reicht ihm, denn es will vor allem, dass du überlebst, nicht unbedingt, dass du gut lebst.
Alte Grenzen, die nie aktualisiert wurden
Die meisten Grenzen lernt man als Kind: wie laut man sein darf, wie viel man sich nehmen darf, was passiert, wenn man auffällt. Damals waren sie sinnvoll. Nur hat sie später kaum jemand überprüft. Oft lassen sie sich als Satz greifen:
- «Wenn ich sichtbar werde, werde ich abgelehnt.»
- «Ich muss es mir erst verdienen.»
- «Wenn ich es wirklich versuche, sieht jeder, dass es nicht reicht.»
- «Ich darf keine Fehler machen.»
- «Ich bin es nicht wert.»
Solche Glaubenssätze fühlen sich nicht wie Regeln an, sondern wie Tatsachen. Wer sich vor allem in «Ich bin es nicht wert» wiedererkennt, findet mehr bei den Minderwertigkeitskomplexen. Fehlt von klein auf das Gefühl, dass die Welt grundsätzlich sicher ist, hängt es oft mit dem Urvertrauen zusammen.
Wenn du merkst, dass du dir selber im Weg stehst
Bemerkbar wird eine Blockade erst, wenn dein Kopf weiter ist als dein Unbewusstes. Du siehst, was möglich wäre, und tust es trotzdem nicht. Dann beginnt der innere Konflikt und mit ihm oft die Selbstablehnung: Man hält sich für faul, feige oder zu schwach. Ein Teil von dir gibt Gas, ein anderer bremst, und beide wollen dein Bestes.
Welche Blockaden es gibt
Blockaden zeigen sich in vielen Lebensbereichen. Dahinter steckt fast immer dieselbe alte Angst, die dich schützen will.
| Blockade | So zeigt sie sich | Wovor sie schützen will |
|---|---|---|
| Geldblockaden | Rabatt geben, das Lohngespräch meiden | Auffallen, ausgeschlossen werden |
| Erfolgsblockaden | Kurz vor dem Ziel nachlassen | Neid, Verantwortung, Fallhöhe |
| Versagensangst | Gar nicht erst anfangen | Blamage, Ablehnung |
| Lern- und Denkblockaden | Blackout, obwohl du es weisst | Das Urteil anderer |
| Schreib- und kreative Blockaden | Nichts ist gut genug | Kritik |
| Entscheidungsblockaden | Optionen wälzen, nie wählen | Die falsche Wahl |
| Beziehungsblockaden | Rückzug, sobald es nahe wird | Verletzung, Verlassenwerden |
| Sichtbarkeitsblockaden | Lampenfieber, lieber unsichtbar bleiben | Bewertung, Ablehnung |
| Ausdrucksblockaden | Im Streit, beim Reden oder in einer Fremdsprache keine Stimme | Konflikt, Blamage |
| Kommunikationsblockaden | Im Streit dichtmachen, verstummen | Überforderung, Eskalation |
| Gefühlsblockaden | Innerlich wie versteinert oder leer | Schmerz, Überwältigung |
| Sportblockaden | Im Training top, im Wettkampf blockiert | Versagen vor Publikum |
| Körperliche Anspannung | Harter Nacken, Kiefer pressen, flacher Atem | Gefahr, die nicht mehr da ist |
Schreibblockaden und kreative Blockaden
Die leere Seite kennt fast jeder, der schreibt, gestaltet oder etwas Eigenes erschaffen will. Der Kopf ist voll, aber nichts davon kommt aufs Papier. Oder es kommt, und du löschst es gleich wieder.
Aus Sicht des Unbewussten ist es riskant, etwas Eigenes zu zeigen. Was du erschaffst, kann beurteilt werden, und mit ihm du. Solange nichts fertig ist, kann es auch niemand kritisieren. Die Blockade schützt dich also vor dem Urteil, um den Preis, dass nichts entsteht.
In Trance arbeiten wir nicht an deiner Technik, sondern daran, dass der erste Entwurf wieder schlecht sein darf. Denn fast alles Gute beginnt als Entwurf, der noch nicht gut genug ist.
Entscheidungsblockaden
Manche Blockaden sehen gar nicht nach Stillstand aus. Du recherchierst, vergleichst, fragst Freunde um Rat und machst Listen. Nur entscheiden tust du nicht.
Das Unbewusste ist schlecht in Wahrscheinlichkeitsrechnung. Für es birgt jede Entscheidung das Risiko, die falsche zu treffen, und gar keine zu treffen fühlt sich sicherer an. Dass Nicht-Entscheiden auch eine Entscheidung ist, merkt es nicht.
Oft steckt ein alter Satz dahinter: «Wenn ich falsch wähle, bin ich selber schuld.» In Trance zeigen wir deinem Unbewussten, dass sich eine falsche Wahl heute korrigieren lässt und nicht mehr über dein Überleben entscheidet.
Kommunikationsblockaden: wenn du im Streit dichtmachst
Stonewalling nennt man es, wenn jemand im Konflikt plötzlich verstummt, auf Durchzug schaltet oder den Raum verlässt. Viele erwischen sich selbst dabei und ärgern sich hinterher, denn eigentlich hätten sie etwas zu sagen gehabt.
Das ist kein Desinteresse. Wird ein Streit zu viel, greift das Unbewusste zu einer uralten Notlösung: erstarren und abwarten, bis die Gefahr vorbei ist. Wer als Kind gelernt hat, dass Widerspruch nichts bringt oder alles schlimmer macht, greift heute umso schneller dazu.
In Trance arbeiten wir daran, dass ein Streit für dein Unbewusstes kein Notfall mehr ist. Dann bleibt genug Ruhe, um dazubleiben und zu sagen, was du denkst.
Gefühlsblockaden: wenn innerlich alles still ist
Manche merken eine Blockade nicht am Bremsen, sondern an einer Leere. Du weisst, dass du traurig sein müsstest oder dich freuen solltest, aber es kommt nichts. Weinen geht nicht mehr, Freude bleibt gedämpft.
Auch das ist Schutz. Wenn ein Gefühl einmal zu viel war, dreht das Unbewusste die Lautstärke herunter, und zwar nicht nur für den Schmerz, sondern für alles. In Trance zeigen wir ihm in kleinen Schritten, dass du heute stark genug bist, wieder etwas zu spüren.
Körperliche Anspannung: wenn der Körper mitbremst
Eine Blockade sitzt nie nur im Kopf. Wenn das Unbewusste Gefahr wittert, macht es auch den Körper bereit: Der Nacken wird hart, der Kiefer presst, der Atem wird flach, der Magen zieht sich zusammen. Für einen Säbelzahntiger war das ideal. Für das nächste Meeting ist es bloss anstrengend.
Bleibt die Grenze bestehen, bleibt oft auch die Anspannung, manchmal über Jahre. Lässt das Unbewusste los, weil es keine Gefahr mehr sieht, darf sich meist auch der Körper entspannen. Wie Psyche und Körper dabei zusammenspielen, beschreibe ich bei der Psychosomatik.
Geldblockaden lösen
Bei Geld sind die Sätze besonders alt, weil man sie selten selbst gebildet hat. Man hat sie am Familientisch gehört: «Geld wächst nicht auf Bäumen.» «Über Geld spricht man nicht.» «Wer viel hat, hat es jemandem weggenommen.»
Aus Sicht des Unbewussten ist das kein Unsinn. Über die längste Zeit der Menschheit war Zugehörigkeit überlebenswichtig, und wer zu sehr auffiel, riskierte, aus der Gruppe zu fallen. Also bremst dein Unbewusstes genau dort, wo du mehr verlangen könntest. Lieber dazugehören als reich sein — für einen Steinzeitmenschen die klügere Wahl.
Eine Frage, die ich oft stelle: Gibt es Leute, die gleich viel können wie du, aber mehr verdienen? Die Antwort ist fast immer Ja. Der Unterschied liegt selten im Können, sondern darin, wer sich traut, seinen Wert zu nennen. Das hängt eng mit dem Selbstbewusstsein zusammen.
Manchmal ist es, als würdest du immer wieder gegen dieselbe Wand laufen, und zwei Meter daneben ist eine Tür. In Trance zeigen wir deinem Unbewussten, dass es diese Tür gibt und dass sie sicher ist. Mehr Geld verspreche ich dir nicht. Aber wer nicht mehr bremst, verhandelt anders, nennt andere Preise und sieht Möglichkeiten, die vorher schlicht nicht ins Blickfeld kamen.
Annehmen statt kämpfen
Mit Disziplin kämpfst du gegen den Teil, der dich schützen will. Er wird davon nur vorsichtiger.
In der Trance gehen wir den umgekehrten Weg. Zuerst nehmen wir diesen Teil an und anerkennen, was er all die Jahre für dich getan hat. Dann zeigen wir ihm, dass die Lage heute eine andere ist: Du bist erwachsen, die alten Regeln gelten nicht mehr, und ausserhalb der alten Grenzen wartet keine Gefahr. «Danke fürs Aufpassen. Das brauchen wir jetzt nicht mehr.»
Das Zögern wird danach kürzer. Und irgendwann fällt dir auf, dass du längst angefangen hast.
